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DELIKAT
Ausstellung in der Kommunalen Galerie Berlin

Das Frauenmuseum Berlin zeigt in den Räumen der Kommunalen Galerie Berlin Arbeiten von Fiene Scharp und Esther Glück. Wichtiger Bestandteil der Arbeiten beider Künstlerinnen ist das Wechselspiel zwischen Grenze und Kontaktfläche, Innen- und Außenraum, Intimität und Öffentlichkeit.

Die zumeist aus menschlichem Haar, Fett und Wachs bestehenden, filigranen Objekte von Fiene Scharp changieren in ihrer Materialität zwischen Anziehung und Abstoßung, erotisierendem Moment und Ekel. Das Wahrnehmen von kaum Wahrnehmbarem und die Grenzen körperlicher Sinneseindrücke sind Ausgangspunkte ihrer Arbeiten.

Die ebenfalls fragilen Papierschnitte von Esther Glück reflektieren auf originelle Weise den Vorgang des Sehens. Zwischen Glasscheiben montiert, werfen die auf schmale Papierstege reduzierten Aktzeichnungen subtile Schattenspiele auf die weiße Wand. Intime Eigenheiten des menschlichen Körpers sind auf lebendige und nahe gehende Weise eingefangen.

Ausstellungsort:
Das Frauenmuseum Berlin als Gast in der Kommunalen Galerie Berlin Hohenzollerndamm 176, 10713 Berlin Di-Fr 10-17 Uhr, Mi 10-19 Uhr, So 11-17 Uhr

Ausstellungseröffnung:
Sonntag, den 1.März 2009, 12 Uhr
Baubeginn am Stuttgarter Platz
Entfall der Stellplätze

Ab Mittwoch, den 10.03.2010, werden am östlichen Teil des Stuttgarter Platzes und ab Mittwoch, den 17.03.2010, am westlichen Teil Abbrucharbeiten durchgeführt.
Entfall der Stellplätze

Ab Mittwoch, den 10.03.2010, werden am östlichen Teil des Stuttgarter Platzes und ab Mittwoch, den 17.03.2010, am westlichen Teil Abbrucharbeiten durchgeführt. Die ersten vorbereitenden Arbeiten zur Herstellung der Parkanlage am Stuttgarter Platz, wie Rodungsarbeiten und die Aufstellung eines Bauzauns, sind bereits erfolgt.

Verkehrs- und Umweltstadträtin Martina Schmiedhofer:
"Die Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf hatte den Bau einer Grünanlage auf der derzeit überwiegend als Parkplatz genutzten Fläche des Stuttgarter Platzes beschlossen. Damit sollen die Vegetationsverluste, die bei der Sanierung der S-Bahnlinie S 7 und der "Umklappung" des S-Bahnhofes entstanden sind, als naturschutzrechtliche Er­satzmaßnahme kompensiert werden. Außerdem soll die Grünanlage den jetzt eher unattraktiven Stadtraum aufwerten und zu einer Erholungs- und Freizeitfläche für die Anwohnerinnen und Anwohner werden.

Dies bedeutet für die bisherigen Nutzerinnen und Nutzer des Parkplatzes eine grundlegende Änderung: Die Stellplätze fallen ersatzlos weg. Es ist daher zu empfehlen, sich vorzubereiten und rechtzeitig Alternativen zu suchen. Die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist exzellent. Darüber hinaus existieren in der näheren Umgebung zahlreiche Parkhäuser, die erfahrungsgemäß häufig freie Plätze haben."

 
Touristen lieben Berlin trotz des kalten Winters
Berliner Hoteliers blicken auf einen erfolgreichen Start ins neue Jahr zurück

Trotz der Minusgrade kamen im Januar mehr Touristen als im Vorjahresmonat.
Berliner Hoteliers blicken auf einen erfolgreichen Start ins neue Jahr zurück

Trotz der Minusgrade kamen im Januar mehr Touristen als im Vorjahresmonat. Italiener und Franzosen besuchen die Hauptstadt besonders häufig. Insgesamt meldeten die Beherbergungsstätten in der Hauptstadt rund 527.500 neu angekommene Gäste, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilte. Das sind 13,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Übernachtungen stieg nach vorläufigen Berechnungen um 16,7 Prozent auf fast 1,2 Millionen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer blieb mit 2,2 Tagen unverändert.

Besucher aus dem Ausland ( 16,8 Prozent) waren den Statistikern zufolge stärker am Wachstum beteiligt als Gäste aus dem Inland ( 12,7 Prozent). Besonders aus Italien ( 44,8 Prozent) und aus Frankreich ( 41 Prozent) kamen deutlich mehr Touristen als vor einem Jahr.

Im Januar waren in Berlin 722 Beherbergungsstätten geöffnet, 66 mehr als ein Jahr zuvor. Zusammen boten sie 109.600 Betten an, 12,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die durchschnittliche Bettenauslastung lag bei 34,4 Prozent.

Die Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM) sprach von den „besten Januar-Tourismuszahlen aller Zeiten“. BTM-Chef Burkhard Kieker sagte, einerseits übe Berlin als Trendstadt „weiterhin eine große Magnetwirkung“ aus. Andererseits habe auch die Modewoche „Bread & Butter“ im Januar einen erheblichen Teil dazu beigetragen.

Der Tagesspiegel, [10.03.2010]

 
Herr der Ränge
Joachim E. Thomas wird demnächst Geschäftsführer des Olympiastadions

Der Neue hat eigentlich keine Zeit, Termine, Termine.
Joachim E. Thomas wird demnächst Geschäftsführer des Olympiastadions

Der Neue hat eigentlich keine Zeit, Termine, Termine. Gerade sitzt er in Stuttgart, eine Konferenz, aber na gut: Müssen die Kollegen eben noch kurz warten, sagt Joachim E. Thomas am Telefon, „reden wir“. Reden übers Olympiastadion in Berlin – sein Olympiastadion.

Joachim E. Thomas ist 55 Jahre alt und bald Geschäftsführer des Olympiastadions. Seinen Job in Westend tritt er am 1. Juli an, der Vertrag läuft bis 2015. „Ich will mich voll auf Berlin einlassen und so schnell wie möglich zurück.“

Zurück? Groß geworden ist Joachim Emil Thomas am Rhein („man mag’s mir verzeihen, aber mein kölsche Hätz schlägt für den 1. FC Köln“), seine Mutter ist in Friedrichshain geboren, „meine Großeltern hatten eine Laube in Mahlsdorf“, und vor einigen Jahren hat er am Savignyplatz gewohnt, als er für Artur Brauner Filmproduktionen aufbaute. Berlin passt also schon mal gut, im Privaten.

Das Geschäft aber ist viel wichtiger, das Stadion ist schließlich ein Landesbetrieb. Viele Monate hat der Aufsichtsrat um Sportstaatssekretär Thomas Härtel nach einem Nachfolger gefahndet. Peter von Löbbecke wollte schon voriges Jahr „aus Altersgründen“ aufhören, aber das klappte nicht, somit hat der 67-Jährige noch ein Jahr drangehängt. Nun ist im Sommer Schluss nach sechs Jahren: Er habe zwei Weltmeisterschaften (2006 und 2009) erleben dürfen, viele Konzerte von Madonna über AC/DC bis zu Robbie Williams – „und auch Hertha“, sagt von Löbbecke. Das darf man als kleine Spitze verstehen, gab es doch so manchen heftigen Streit und absurde Prozesse hinter den Kulissen. Das Verhältnis zum Mieter – Hertha zahlt 175 000 Euro pro Spiel – hat sich wieder entspannt. 

Der Neue, ein Jurist, hat hingegen sehr enge Kontakte zu Hertha, da scheint’s keinen großen Ärger zu geben: Thomas ist Aufsichtsrat der Berliner Zächel AG, die sich seit Jahren um die Vips im Stadion kümmert und wiederum eng verbandelt ist mit Herthas Vermarkter Sportfive.

Kungelei? „Er muss das mit uns abstimmen. Einen Interessenkonflikt darf es nicht geben“, sagt Staatssekretär Härtel. Und Thomas stellt schnell klar: „Ich lege mein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender im Sommer natürlich nieder.“

Für den 55-Jährigen, der derzeit fürs Stadion in Frankfurt am Main arbeitet, sprechen andere Dinge. Nur ein kurzer Blick in den Lebenslauf: Er kann Massenveranstaltungen organisieren (2005, der Weltjugendtag in Köln), kennt den Markt der konkurrierenden Großhallen (er war Programmdirektor der größten deutschen Arena, der in Köln), er kennt die Medienszene (als Marketingchef bei n-tv), kann Festivals etablieren (als Direktor des Schleswig-Holstein-Klassikfestivals) und versteht sich mit den Kollegen: Gestern wurde er in Stuttgart als Vorstandschef der „Vereinigung deutscher Stadionbetreiber“ wiedergewählt.

In Berlin soll er das Stadion als Sehenswürdigkeit etablieren, es pilgern schließlich 250 000 Besucher außerhalb von Veranstaltungen in die Arena; er soll den weitgehend ignorierten Olympiapark mit in den Blick nehmen. Und natürlich soll er Events in die Vip-Räume ködern und Konzertveranstalter anlocken, nicht nur die Megastars. Warum sollte das Stadion nicht mal quer bespielt werden – also mit einer Bühne vor der Haupttribüne, auf der 20 000 Zuschauer Platz haben?

Der scheidende Manager Peter von Löbbecke sagt: „Er war mein Wunschkandidat.“ Sportstaatssekretär Thomas Härtel formuliert es pathetisch: „Er ist ein Gewinn für unsere Stadt“. Und Thomas? „Nun lassen Sie mich doch erst mal nach Berlin kommen, dann reden wir weiter.“ Er muss erst mal alle kennenlernen. So wie Hertha-Manager Michael Preetz. Den hat er Mittwochnacht beim Länderspiel in München getroffen und gesagt: „Ich bin der Neue.“

Der Tagesspiegel, [05.03.2010]

 

 
Entfall der Stellplätze

Ab Mittwoch, den 10.03.2010, werden am östlichen Teil des Stuttgarter Platzes und ab Mittwoch, den 17.03.2010, am westlichen Teil Abbrucharbeiten durchgeführt. Die ersten vorbereitenden Arbeiten zur Herstellung der Parkanlage am Stuttgarter Platz, wie Rodungsarbeiten und die Aufstellung eines Bauzauns, sind bereits erfolgt.

Verkehrs- und Umweltstadträtin Martina Schmiedhofer:
"Die Bezirksverordnetenversammlung Charlottenburg-Wilmersdorf hatte den Bau einer Grünanlage auf der derzeit überwiegend als Parkplatz genutzten Fläche des Stuttgarter Platzes beschlossen. Damit sollen die Vegetationsverluste, die bei der Sanierung der S-Bahnlinie S 7 und der "Umklappung" des S-Bahnhofes entstanden sind, als naturschutzrechtliche Er­satzmaßnahme kompensiert werden. Außerdem soll die Grünanlage den jetzt eher unattraktiven Stadtraum aufwerten und zu einer Erholungs- und Freizeitfläche für die Anwohnerinnen und Anwohner werden.

Dies bedeutet für die bisherigen Nutzerinnen und Nutzer des Parkplatzes eine grundlegende Änderung: Die Stellplätze fallen ersatzlos weg. Es ist daher zu empfehlen, sich vorzubereiten und rechtzeitig Alternativen zu suchen. Die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist exzellent. Darüber hinaus existieren in der näheren Umgebung zahlreiche Parkhäuser, die erfahrungsgemäß häufig freie Plätze haben."

 
Berliner Hoteliers blicken auf einen erfolgreichen Start ins neue Jahr zurück

Trotz der Minusgrade kamen im Januar mehr Touristen als im Vorjahresmonat. Italiener und Franzosen besuchen die Hauptstadt besonders häufig. Insgesamt meldeten die Beherbergungsstätten in der Hauptstadt rund 527.500 neu angekommene Gäste, wie das Amt für Statistik Berlin-Brandenburg mitteilte. Das sind 13,9 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Übernachtungen stieg nach vorläufigen Berechnungen um 16,7 Prozent auf fast 1,2 Millionen. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer blieb mit 2,2 Tagen unverändert.

Besucher aus dem Ausland ( 16,8 Prozent) waren den Statistikern zufolge stärker am Wachstum beteiligt als Gäste aus dem Inland ( 12,7 Prozent). Besonders aus Italien ( 44,8 Prozent) und aus Frankreich ( 41 Prozent) kamen deutlich mehr Touristen als vor einem Jahr.

Im Januar waren in Berlin 722 Beherbergungsstätten geöffnet, 66 mehr als ein Jahr zuvor. Zusammen boten sie 109.600 Betten an, 12,6 Prozent mehr als im Vorjahresmonat. Die durchschnittliche Bettenauslastung lag bei 34,4 Prozent.

Die Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM) sprach von den „besten Januar-Tourismuszahlen aller Zeiten“. BTM-Chef Burkhard Kieker sagte, einerseits übe Berlin als Trendstadt „weiterhin eine große Magnetwirkung“ aus. Andererseits habe auch die Modewoche „Bread & Butter“ im Januar einen erheblichen Teil dazu beigetragen.

Der Tagesspiegel, [10.03.2010]

 
Joachim E. Thomas wird demnächst Geschäftsführer des Olympiastadions

Der Neue hat eigentlich keine Zeit, Termine, Termine. Gerade sitzt er in Stuttgart, eine Konferenz, aber na gut: Müssen die Kollegen eben noch kurz warten, sagt Joachim E. Thomas am Telefon, „reden wir“. Reden übers Olympiastadion in Berlin – sein Olympiastadion.

Joachim E. Thomas ist 55 Jahre alt und bald Geschäftsführer des Olympiastadions. Seinen Job in Westend tritt er am 1. Juli an, der Vertrag läuft bis 2015. „Ich will mich voll auf Berlin einlassen und so schnell wie möglich zurück.“

Zurück? Groß geworden ist Joachim Emil Thomas am Rhein („man mag’s mir verzeihen, aber mein kölsche Hätz schlägt für den 1. FC Köln“), seine Mutter ist in Friedrichshain geboren, „meine Großeltern hatten eine Laube in Mahlsdorf“, und vor einigen Jahren hat er am Savignyplatz gewohnt, als er für Artur Brauner Filmproduktionen aufbaute. Berlin passt also schon mal gut, im Privaten.

Das Geschäft aber ist viel wichtiger, das Stadion ist schließlich ein Landesbetrieb. Viele Monate hat der Aufsichtsrat um Sportstaatssekretär Thomas Härtel nach einem Nachfolger gefahndet. Peter von Löbbecke wollte schon voriges Jahr „aus Altersgründen“ aufhören, aber das klappte nicht, somit hat der 67-Jährige noch ein Jahr drangehängt. Nun ist im Sommer Schluss nach sechs Jahren: Er habe zwei Weltmeisterschaften (2006 und 2009) erleben dürfen, viele Konzerte von Madonna über AC/DC bis zu Robbie Williams – „und auch Hertha“, sagt von Löbbecke. Das darf man als kleine Spitze verstehen, gab es doch so manchen heftigen Streit und absurde Prozesse hinter den Kulissen. Das Verhältnis zum Mieter – Hertha zahlt 175 000 Euro pro Spiel – hat sich wieder entspannt. 

Der Neue, ein Jurist, hat hingegen sehr enge Kontakte zu Hertha, da scheint’s keinen großen Ärger zu geben: Thomas ist Aufsichtsrat der Berliner Zächel AG, die sich seit Jahren um die Vips im Stadion kümmert und wiederum eng verbandelt ist mit Herthas Vermarkter Sportfive.

Kungelei? „Er muss das mit uns abstimmen. Einen Interessenkonflikt darf es nicht geben“, sagt Staatssekretär Härtel. Und Thomas stellt schnell klar: „Ich lege mein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender im Sommer natürlich nieder.“

Für den 55-Jährigen, der derzeit fürs Stadion in Frankfurt am Main arbeitet, sprechen andere Dinge. Nur ein kurzer Blick in den Lebenslauf: Er kann Massenveranstaltungen organisieren (2005, der Weltjugendtag in Köln), kennt den Markt der konkurrierenden Großhallen (er war Programmdirektor der größten deutschen Arena, der in Köln), er kennt die Medienszene (als Marketingchef bei n-tv), kann Festivals etablieren (als Direktor des Schleswig-Holstein-Klassikfestivals) und versteht sich mit den Kollegen: Gestern wurde er in Stuttgart als Vorstandschef der „Vereinigung deutscher Stadionbetreiber“ wiedergewählt.

In Berlin soll er das Stadion als Sehenswürdigkeit etablieren, es pilgern schließlich 250 000 Besucher außerhalb von Veranstaltungen in die Arena; er soll den weitgehend ignorierten Olympiapark mit in den Blick nehmen. Und natürlich soll er Events in die Vip-Räume ködern und Konzertveranstalter anlocken, nicht nur die Megastars. Warum sollte das Stadion nicht mal quer bespielt werden – also mit einer Bühne vor der Haupttribüne, auf der 20 000 Zuschauer Platz haben?

Der scheidende Manager Peter von Löbbecke sagt: „Er war mein Wunschkandidat.“ Sportstaatssekretär Thomas Härtel formuliert es pathetisch: „Er ist ein Gewinn für unsere Stadt“. Und Thomas? „Nun lassen Sie mich doch erst mal nach Berlin kommen, dann reden wir weiter.“ Er muss erst mal alle kennenlernen. So wie Hertha-Manager Michael Preetz. Den hat er Mittwochnacht beim Länderspiel in München getroffen und gesagt: „Ich bin der Neue.“

Der Tagesspiegel, [05.03.2010]

 
Vom 10. bis 20. Februar 2011 werden wieder Filme von allen Kontinenten gezeigt

Knapp zwei Wochen nach der Jubiläums-Berlinale steht bereits der Termin für die 61. Internationalen Filmfestspiele Berlin fest. Vom 10. bis 20. Februar 2011 zeigt das größte Publikumsfestival der Welt wieder Filme von allen Kontinenten. Bei der 60. Berlinale sei mit 300 000 verkauften Tickets ein Besucherrekord aufgestellt worden, teilte das Festival am Donnerstag mit. Auch das Interesse der Fachbesucher war ungebrochen: Rund 20 000 Akkreditierte aus 122 Ländern kamen zum Festival, darunter 4000 Pressevertreter. Der Goldene Bär ging dieses Jahr an den türkischen Film "Honig" von Regisseur Semih Kaplanoglu.

Berliner Zeitung, [04.03.2010]

 
Robbie Williams und Rihanna singen, Michael Jackson wurde disqualifiziert

Bei seinem letzten Echo-Auftritt schwebte er von der Hallendecke und sang "Give Peace a Chance". Das war vor sieben Jahren, kurz vor dem Irakkrieg, Robbie Williams wollte mit seiner Showeinlage ein Zeichen setzen.

Diesmal will er nur singen. Und sich nach Möglichkeit anschließend gleich noch eine Auszeichnung abholen, in der Kategorie „bester internationaler Popkünstler“ ist er haushoher Favorit. Ansonsten könnte die 19. Echo-Verleihung am heutigen Donnerstagabend auf dem Messegelände für Überraschungen gut sein: Neben den Auftritten von Robbie Williams und Rihanna kündigte der Veranstalter kurzfristig die Teilnahme von US-Sängerin Ke$ha an, die mit „Tik Tok“ gerade auf Platz eins der deutschen Charts steht. Ke$ha, die eigentlich Kesha Rose Sebert heißt, fiel erst kürzlich bei der Verleihung eines Schweizer Musikpreises durch die Ankündigung auf, einem der Preisträger auf der Aftershowparty „in den Hintern beißen“ zu wollen. Passiert ist aber nichts.

Rund 4000 Zuschauer dürfen sich die Show heute live unterm Funkturm angucken, alle anderen können die Verleihung im Fernsehen verfolgen, die ARD überträgt ab 20.15 Uhr. Auch Xavier Naidoo, Jan Delay und Gossip werden im Showprogramm auftreten. Besonders spannend wird die Entscheidung in der Kategorie „bestes Album des Jahres“, die zwischen Peter Fox, Lady Gaga, Depeche Mode und Rammstein fallen wird.

Disqualifiziert wurde Michael Jackson. Nach den Verkaufszahlen – und die sind für eine Echo-Nominierung entscheidend – hätte seine postum veröffentlichte Hit-Sammlung „King of Pop“ nämlich in die engere Auswahl kommen müssen. Den Regularien entsprechend muss der Interpret allerdings leben, um Aussicht auf einen Echo zu haben, heißt es. Trotzdem soll Jackson heute Abend gedacht werden – wie genau, wird ebenso geheim gehalten wie Details des Auftritts der Berliner Band Ich & Ich, der gestern bei einer Gala im Grill Royal vorab ein Echo als bestes Produzententeam zugesprochen wurde. Sänger Adel Tawil mag „nichts verraten, aber man wird uns hören wie noch nie“. Zudem könne es recht eng werden auf der Bühne, sagt er. Vielleicht wird Tawil von einem Kinderchor begleitet. Vielleicht von einem ganzen Orchester. Möglich auch, dass es zu einem Allstar-Auftritt aller anwesenden Künstler kommt, das gab es schon mehrfach beim Echo, zum Beispiel 1992, als die Scorpions sämtliche Musiker des Abends auf die Bühne baten und dann Herbert Grönemeyer, Udo Lindenberg und Marius Müller-Westernhagen gemeinsam „Wind of Change“ singen mussten.

Westernhagen ist auch heute wieder nominiert, in der Kategorie „bester nationaler Künstler“ hat er allerdings einen sehr schweren Stand gegen Peter Maffay. Der trägt am Abend ein Medley seiner größten Hits vor, von „Du“ bis „Über sieben Brücken musst Du gehen“.

Und noch ein Star hat sich kurzfristig für die Echo-Verleihung angemeldet. Allerdings möchte der weder singen noch Preise annehmen: Hollywood-Schauspieler Val Kilmer ließ am Dienstag telefonisch bei den Veranstaltern anfragen, ob diese nicht noch einen Platz im Publikum bereitstellen könnten – dann würde er nämlich spontan nach Berlin fliegen, er sei sowieso gerade wegen Dreharbeiten in Paris. Die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Sie können.

Der Tagesspiegel, [04.03.2010]

 
Die BSR ruft noch 350 Arbeitslose mehr zum Kehrdienst – und will auch Bürgern beim Frühjahrsputz helfen

Große Herausforderungen verlangen außergewöhnliche Taten. Deshalb rekrutiert die BSR über die Arbeitsagentur weitere Helfer, um die Stadt von den Unmengen Dreck und Splitt zu befreien. Zusätzlich zu den 1000 ohnehin verpflichteten Winterdienstkräften und den wegen der Glätte angeforderten 650 Helfern stehen nach Auskunft von BSR-Vorstandschefin Vera Gäde-Butzlaff weitere 350 Arbeitslose bereit, so dass – BSR-Beschäftigte inklusive – ab sofort 3600 Einsatzkräfte zum großen Reinemachen ausrücken können. Angefangen wird in der Innenstadt, aber in den vier Wochen bis Ostern will die BSR die Stadt wieder in einen halbwegs ansehnlichen Zustand bringen.

Um schneller voranzukommen, plant die BSR auch zwei „Aktions-Sonnabende“, wie es sie sonst nur zum Laubfall im Herbst gibt. Am 13. und am 20. März sollen dann auch rund 600 Kollegen helfen, die nicht bei der Straßenreinigung arbeiten. Vom 26. März an will die BSR dann auch durch die Außenbezirke fahren und das bis dahin aufgehäufte Streugut aufsammeln. Die BSR empfiehlt Anliegern, die sich selbst kümmern wollen, den Splitt bis dahin zu Bergen zusammenzufegen. Kleine Mengen dürfen auch in die Hausmülltonne geworfen werden, solange die dadurch nicht übermäßig schwer wird.

Nachdem er sich in den Wochen der Glätte durch Ignoranz und flapsige Bemerkungen bei vielen Berlinern unbeliebt gemacht hatte, nimmt der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) den Frühjahrsputz demonstrativ ernst: Bereits am frühen Dienstagmorgen dankte er den rund 200 versammelten BSR-Leuten auf dem Betriebshof Forckenbeckstraße für ihren Wintereinsatz. Nach der wöchentlichen Senatssitzung präsentierte er gemeinsam mit Gäde- Butzlaff den Aktionsplan und bat um Verständnis, dass die Arbeit „nicht von heute auf morgen erledigt sein kann“. Die Frage, warum das Thema seiner persönlichen Fürsorge bedürfe, beantwortete er mit Verweis auf die enormen Kosten des Landes durch den Winter: Zum vor einer Woche beschlossenen, 25 Millionen Euro teuren Anti-Schlagloch-Programm komme jetzt die fast ebenso große Finanzierungslücke der BSR, die über den Landeshaushalt ausgeglichen werden müsse. Woher das Geld kommen soll, ist offenbar noch nicht abschließend geklärt. Ein noch größerer Personalaufwand für den Frühjahrsputz würde laut Wowereit entweder weitere Steuergelder kosten oder höhere Reinigungsgebühren bedeuten.

Nach Auskunft von Gäde-Butzlaff kostet der schneereiche Winter die BSR knapp 35 Millionen Euro und damit fast doppelt so viel wie die eingeplanten 18,3 Millionen. Allein die 2000 Hilfskräfte schlügen mit 270 000 Euro pro Tag zu Buche. Weitere Kosten kommen auf die BSR zu, weil sie erklärtermaßen auch Anlieger unterstützen will, die sich in Gruppen beispielsweise einen Platz in ihrer Wohngegend vornehmen wollen.

Politisch erledigt ist das Thema Winter mit Wowereits Aufbruchssignal allerdings noch nicht: An diesem Mittwoch will Umweltsenatorin Katrin Lompscher (Linke) gemeinsam mit der BSR-Chefin erklären, wie wochenlanges flächendeckendes Glatteis künftig vermieden werden soll. Nach Auskunft von Wowereit ist die in Berlin übliche Möglichkeit, dass Anlieger ihre Haftung für Glätteunfälle an beauftragte Winterdienstfirmen delegieren können, bundesweit die Ausnahme. Damit sind die Anlieger zwar formal ihre Verpflichtung los, aber in der Praxis ist wegen der offenkundig oft überforderten Winterdienstfirmen nichts gewonnen. Die Techniker-Krankenkasse meldet allein aus dem Januar 3200 Unfälle ihrer Versicherten in Berlin. Im ebenfalls frostigen Januar 2009 seien es 400 Unfälle weniger gewesen. Nun prüfe die Krankenkasse Regressforderungen.

Die Männer in Orange haben nach Auskunft der BSR-Chefin bisher rund 430 000 Winterdienst-Einsatzstunden geleistet. Der Durchschnitt der vergangenen Jahre liege bei 90 000 Stunden. Viele hätten seit Weihnachten kaum einen freien Tag gehabt.

Der Tagesspiegel, [03.03.2010]

 

 
Eine Zukunftswerkstatt im Amerika-Haus soll die Entwicklung der City-West steuern – und neue Investoren anlocken

Veranstaltungen zur Zukunft der City-West gab es im Amerika-Haus an der Hardenbergstraße schon oft – nun soll das einstige Kultur- und Informationszentrum der USA für mindestens drei Jahre zum zentralen „Marktplatz der Ideen“ werden. So drückte es am Montag der Regionalmanager Joachim Wolf aus, der gerade mit drei weiteren Stadtplanungsexperten seine Arbeit aufgenommen hat und im April ein Büro im 50er-Jahre-Bau eröffnet.

Für diese Zukunftswerkstatt steht rund eine Million Euro zur Verfügung. Ein Großteil davon kommt von der Stadtentwicklungsbehörde, die dafür auch Gelder aus dem Bund-Länder-Programm „Aktive Stadtzentren“ und EU-Fördermittel einsetzt. 150 000 Euro steuern der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf, die Industrie- und Handelskammer (IHK) Berlin und die Arbeitsgemeinschaft City bei.

Der Standort nahe Bahnhof Zoo und Breitscheidplatz scheint gut gewählt. Nur einen Steinwurf entfernt wächst das „Zoofenster“-Hochhaus heran, Ende 2011 soll darin ein Waldorf-Astoria-Luxushotel öffnen. Außerdem will die Bayerische Immobilien-Gruppe bald den „Zoobogen“ mit dem Kino Zoo-Palast und dem „Bikini-Haus“ in der Budapester Straße modernisieren. Im Frühjahr beginnt zudem die Neugestaltung des Mittelstreifens der Tauentzienstraße. Nur der Bau des Riesenrads am Zoo wird, wie berichtet, immer unwahrscheinlicher.

Die Regionalmanager stammen aus zwei Stadtplanungsbüros und sehen sich als „Mittler“ zwischen Anrainern und als „Lobbyisten nach außen“. Der 46-jährige Joachim Wolf kennt die Gegend seit langem, er hat an der TU Stadtplanung studiert und wohnt in Ku’damm-Nähe. Er möchte mit dem „Vorurteil des angestaubten West-Zentrums aufräumen“. Auch aus Sicht von Gottfried Kupsch, Vorstandsmitglied der AG City, muss „die Braut besser geschmückt werden“, um Firmen und Forschungsstätten anzulocken. Die TU und die Universität der Künste kooperieren bereits, um die Gegend um den Ernst-Reuter-Platz zum öffentlichen „Campus City-West“ zu entwickeln. Laut Kupsch sind aber auch „Ideen für neuen Wohnraum“ nötig, denn in Charlottenburg-Wilmersdorf sei Wohnraum bereits knapp – und das erschwere nicht zuletzt Unternehmensansiedlungen.

Eine weitere Aufgabe ist die Planung des Jubiläums „125 Jahre Kurfürstendamm“, das Anlieger 2011 feiern wollen. Noch könne man dazu keine Details nennen, sagten Kupsch und Bezirks-Wirtschaftsstadtrat Marc Schulte (SPD). In ihrer unmittelbaren Nachbarschaft wollen die Regionalmanager die Ladenpassage beleben, die neben dem Bahnhof Zoo die Kant- und Hardenbergstraße verbindet. Auch die ungepflegte Bahnbrücke in der Hardenbergstraße stört sie.

IHK-Stadtentwicklungsexperte Jochen Brückmann wies darauf hin, dass die City-West derzeit auch ein Parkleitsystem mit neuen Schildern erhalte; ein elektronisches System sei dagegen unnötig, da die Parkhäuser nie voll belegt seien.

Der Tagesspiegel, [02.03.2010]

 
Wegen Beeinträchtigungen im S-Bahn-Verkehr will sich das Unternehmen mit einer erneuten Aktion bei seinen Fahrgästen entschuldigen

Seit mehr als einem Jahr leiden die Berliner und Berlin-Besucher unter dem S-Bahn-Chaos. Ausgefallende Züge, Verspätungen sind für viele fast schon Normalität. Überfüllte Züge sowieso. Nun hat sich das Unternehmen zu einem erneuten Wiedergutmachungspaket durchgerungen:

Alle Inhaber von Jahreskarten, Abonnements und Firmentickets, die in den Berliner Tarifbereichen Berlin AB, Berlin BC oder Berlin ABC gelten, fahren im November und Dezember kostenlos. Kunden, die ihre Jahreskarte bar bezahlt haben, können sich den anteiligen Betrag bereits ab 1. April an S-Bahn- und BVG-Schaltern auszahlen lassen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Jahreskarten, die ab dann erworben werden, sind entsprechend preisreduziert.

Zwei Wochen für Besitzer gleitender Monatskarten

Die zweimonatige Freifahrtregelung gelte auch für Studenten der Universitäten in Berlin, Potsdam und Wildau, die über ein Semesterticket verfügten, erklärte ein Bahnsprecher Tagesspiegel Online. Jeder Student erhalte den anteiligen Betrag des Semestertickets zurück. Wie das Geld seinen Weg zu seinem Besitzer findet, sei jedoch von Universität zu Universität unterschiedlich. Nutzer von kalendergebundenen Monatskarten und des Berlin-Tickets S (Sozialticket) sollen für zwei Monate eine Barerstattung von jeweils 15 Euro erhalten, also insgesamt 30 Euro. Für Kunden mit gleitenden Monatskarten verlängert die S-Bahn Berlin die Gültigkeit für im November beginnende Karten um zwei Wochen. Fahrgästen, die nicht regelmäßig mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs sind, bietet die S-Bahn Berlin an allen acht Wochenenden im November und Dezember die Möglichkeit, ihren Einzelfahrausweis für die Berliner Tarifbereiche Berlin AB, Berlin BC und Berlin ABC als Tageskarte zu benutzen. Aber Vorsicht: Bei der letzten Aktion im Dezember 2009 galten Anschlussfahrscheine für die Zonen C bzw. A nicht den ganzen Tag, sondern wie üblich zwei Stunden nachdem abgestempelt wurden. Auf Kulanz der Kontrolleure sollten die Fahrgäste nicht hoffen.

70 Millionen Euro sollen die Berliner versöhnen

Rüdiger Grube, der Vorsitzende der Deutschen Bahn, kündigte das Wiedergutmachungspaket nach seinem Treffen mit Berlins Regierendem Bürgermeister Klaus Wowereit am Donnerstag an. Insgesamt will das Unternehmen 70 Millionen Euro investieren, um das Ansehen bei den Berlinern wieder zu stärken.

Für die Auswahl von November und Dezember als Entschädigungszeitraum sprechen verschiedene Gründe, erläutert Peter Buchner, Geschäftsführer der S-Bahn: „Die organisatorische Vorbereitung der Maßnahme dauert mehrere Monate, da umfassende Absprachen mit den Mitgliedsunternehmen im VBB getroffen werden müssen. In der Sommerzeit ist die Umsetzung nicht sinnvoll, da viele Berliner verreisen. Herbst und Vorweihnachtszeit sind hingegen Monate, in denen viele Menschen auf öffentliche Verkehrsmittel umsteigen.“ Der VBB trägt diese Entscheidung mit.

Wowereit: Nachverhandlungen noch nicht abgeschlossen

Die Nachverhandlungen zwischen Senat und Deutscher Bahn über den bis 2017 laufenden S-Bahn-Vertrag sind unterdessen noch nicht abgeschlossen. Das sagte Klaus Wowereit am Donnerstag im Abgeordnetenhaus. Ziel sei, die Gespräche noch im Februar zu beenden. Sollte dies nicht möglich sein, werde er sich erneut persönlich einschalten und mit Bahn-Chef Rüdiger Grube nach einer Lösung suchen, sagte Wowereit. Ungeachtet dessen werde der Senat weiterhin die Zuwendungen an die S-Bahn kürzen, solange es nur ein eingeschränktes Verkehrsangebot gebe. Ein anderes Druckmittel habe die Landesregierung vorerst nicht, weil Verträge gelten. Erst nach dessen Auslaufen könnte ein Teil des Netzes ausgeschrieben werden. Diese Möglichkeit halte sich der Senat offen.

Der Tagesspiegel, [25.02.2010]

 
Zuwachs von 4,5 Prozent an Besuchern und von 6,2 Prozent an Übernachtungen

Trotz der weltweiten Wirtschaftskrise hat Berlin im vergangenen Jahr deutlich mehr Gäste angelockt. Mit 8,3 Millionen Besuchern und 18,87 Millionen Übernachtungen sei es das beste Tourismusjahr aller Zeiten gewesen, sagte Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) am Mittwoch. Das entspreche einem Zuwachs von 4,5 Prozent an Besuchern und von 6,2 Prozent an Übernachtungen.

Berlin zähle damit zu den großen Gewinnern im Städte-Tourismus, fügte Wowereit hinzu. Kaum eine andere Metropole könne selbst in Krisenzeiten eine Steigerung der Besucherzahlen verzeichnen. Zwar sei 2009 mit der Leichtathletik-WM und dem Mauerfall-Jubiläum ein besonderes Jahr gewesen, doch mit dem Tourismuskonzept des Senats würden die großen Potenziale Berlins auch dauerhaft gestärkt.

Die Hauptstadt habe einen „Magnetismus“ entwickelt, betonte der Geschäftsführer der Berlin Tourismus Marketing GmbH (BTM), Burkhard Kieker. Die Welt sehe Berlin längst als große Metropole, 2009 gab es im siebten Jahr in Folge eine Steigerung der Gästezahlen.

Demnach reisten 5,4 Millionen Besucher aus dem Inland an die Spree, wo sie 11,4 Millionen Nächte verbrachten - ein Zuwachs von 4,5 Prozent bei den Ankünften und von 6,4 Prozent bei den Übernachtungen.  Aus dem Ausland kamen mit 2,88 Millionen Besuchern 4,6 Prozent mehr internationale Touristen als im Vorjahr. Sie sorgten für 7,5 Millionen Übernachtungen - ein Anstieg um 5,9 Prozent. Die meisten ausländischen Besucher kamen aus Großbritannien, Italien und den Niederlanden.

Das Bettenangebot stieg um 10,1 Prozent. Im Dezember standen den Berlinbesuchern 109 700 Betten in 726 Beherbergungsbetrieben zur Verfügung.

Der Tourismus habe sich zum tragenden Wirtschaftsfaktor der Hauptstadt entwickelt, heißt es im Jahresbericht der Berlin Tourismus Marketing GmbH: Umgerechnet 232.300 Berliner leben demnach von Einkünften aus der Tourismusbranche, bei einem Bruttojahresumsatz von 8,99 Milliarden Euro flössen 1,85 Milliarden Euro in die Steuertöpfe von Bund und Land.

Der Tagesspiegel, [24.02.2010]

 
Angebot vom 17.02. - 28.02.2010 im Internetshop des Ballettshop Güldner

Bei der Eröffnungsfeier waren ca. 100 Stepper. Ein beeindruckendes Ereignis.

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Laufstegtraining und Autogrammstunde mit Enyerlina Sanchez am 20.02.2010

Der erste Eindruck entscheidet! Keine Frage, immer mehr Menschen haben für sich Stil und Etikette entdeckt und die Branche der Stylingexperten, Modeberater und Visagisten boomt mehr denn je.

Vom 15.02. bis 06.03.2010 können Sie die aktuellen Trends und Styles 2010 in der Wilmersdorfer Arcaden entdecken und sich von Formen, Farben, Schnitten und Styling Tipps inspirieren lassen. Vorher-Nachher Shows, ein Laufstegcasting und eine Fashion Show runden das Angebot ab.

Einen ganz besonderen Leckerbissen für alle Fashionistas haben die Wilmersdorfer Arcaden am Samstag, 20.02.2010 für Sie vorbereitet. Enyerlina Sanchez, Finalistin bei Germany´s Next Topmodel, wird live vor Ort mit freiwilligen Kandidaten/-innen ein Laufstegtraining absolvieren und erklären, was ein Model für Qualitäten haben muss. Im Anschluss daran folgt eine Autogrammstunde.

Die große Fashion Show, auf der u. a. die besten drei aus dem Laufstegtraining mitlaufen dürfen, findet dann am Samstag, 27.02.2010 um 15 und um 17 Uhr statt.

 
BVG-Vorstandschef Sturmowski will die Preise für Einzelfahrscheine erhöhen – der Termin ist aber ungewiss

Bei Fahrten mit Bahnen und Bussen soll der Einzelfahrschein teurer werden, der derzeit innerhalb der Stadt (Tarifgebiet AB) 2,10 Euro kostet. Der Preis ist seit August 2005 unverändert geblieben. Preise für Abonnements könnten dagegen nach den Planspielen unverändert bleiben. Wann die Tariferhöhung kommen wird, ist allerdings unklar. Der Ende Oktober ausscheidende BVG-Chef Andreas Sturmowski würde die Preise am liebsten zum Fahrplanwechsel im Dezember in die Höhe schnellen sehen, was der Senat und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) jedoch nach wie vor ablehnen. Nicht geäußert hat sich bislang der BVG-Aufsichtsratschef, Finanzsenator Ulrich Nußbaum. Dieser hatte bereits vor einem Jahr eine Preiserhöhung gefordert. Zuletzt waren die Preise 2008 gestiegen.

Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) wies gestern darauf hin, dass mit den Verkehrsunternehmen im VBB vereinbart worden sei, dass sie Anfang 2011 ihre Pläne zu den künftigen Tarifen vorlegen sollen. Danach werde man sehen, ob eine Tariferhöhung erforderlich sei. Da diese nach Angaben von Sturmowski fünf bis sechs Monate Vorbereitungszeit erfordert, würden bei einer Entscheidung für Tariferhöhungen die Preise fast unmittelbar vor den Wahlen steigen, was als ziemlich unwahrscheinlich gilt. Im Wahljahr 2006 waren die Preise in Berlin stabil geblieben, 2009, als in Brandenburg gewählt wurde, ebenso. Und 2010 hielt man es für ausgeschlossen, angesichts des Desasters bei der S-Bahn höhere Preise zu verlangen. So kann es sein, dass die Fahrgäste bis Ende 2011 oder gar Anfang 2012 von Preiserhöhungen verschont bleiben.

Danach könnte es aber teuer werden. Versuche, den Preis für den Einzelfahrschein von 2,10 Euro auf 2,30 Euro zu erhöhen, waren mehrfach am Widerstand von Junge-Reyer (SPD) gescheitert. „Ewig können wir uns diesen Preis aber nicht leisten“, sagte Sturmowski jetzt. In München, wo das Tarifgebiet in Waben eingeteilt ist, kostet eine Fahrt durch zwei Zonen zum Beispiel im Barverkauf 4,80 Euro.

2004 lag der Preis in Berlin bereits bei 2,20 Euro. Dafür galt der Einzelfahrschein aber auch innerhalb von zwei Stunden für Hin- und Rückfahrten. Nach dem Wegfall dieser Regelung war der Preis auf 2 Euro gesenkt worden, um bereits ein Jahr später wieder auf 2,10 Euro erhöht zu werden.

Eine Tariferhöhung um ein Prozent bringe der BVG Mehreinnahmen zwischen sechs und sieben Millionen Euro, sagte Sturmowski. Von 2011 an will das Unternehmen die Einnahmen jährlich um 15 Millionen Euro steigern, um seinen Finanzplan bis zum Jahr 2020 umsetzen zu können. Im vergangenen Jahr kletterten die Einnahmen auch ohne Preiserhöhung um 14, 9 Millionen Euro auf 507, 4 Millionen Euro. Allerdings waren die Einnahmen 2008 wegen des Streiks im Frühjahr zurückgegangen. Die Zahl der Fahrgäste ist von streikbedingt 832,3 Millionen auf 925,4 Millionen gestiegen – auch durch das S-Bahn-Chaos.

Das Jahr 2009 wird die BVG voraussichtlich mit einem Verlust in Höhe von 65 Millionen Euro abschließen. Die BVG hätte dank der Senatszuschüsse sogar einen Gewinn in Höhe von 33 Millionen Euro gemacht, wenn sie nicht 98 Millionen Euro zusätzlich hätte aufbringen müssen. Mit dieser Summe wurde den Altmitarbeitern die Differenz zwischen den 2005 gesenkten Tariflöhnen und dem damaligen höheren Einkommen ausgeglichen.

Der Tagesspiegel, [12.02.2010]

 
Mit viel Prominenz auf dem roten Teppich wurden die 60. Internationalen Filmfestspiele am Potsdamer Platz eröffnet

Man müsse sich Sisyphos als glücklichen Menschen vorstellen? Auch kluge Köpfe wie Camus irren gewaltig. Der Sisyphos dieser Tage jedenfalls rollt keine Kugel den Berg hinauf, sondern schippt fluchend Schnee, und wenn er damit fertig ist, rieselt es wieder von oben. Doch, doch, die Treppe vor dem Berlinale-Palast war rechtzeitig zur Eröffnung des Filmfests am gestrigen Abend vom Eise befreit worden – und trotzdem wieder weiß, mit zunehmender Tendenz. Möglich, dass diese Gala als die schneereichste der Festivalgeschichte in die Annalen eingeht. Das Publikum am Rande: unter Regenschirme geduckt und ohnehin nicht sehr zahlreich. Die BMW-Limousinen, die die Stars vorfuhren, darunter auch Oldtimer wie ein „Barockengel“ aus der prähistorischen TV-Serie „Isar 12“: schneeweiß beschichtet. Die Sitzreihen im Saal: mit deutlichen Lücken, was im Parkett gar nicht so schlimm aussah, aber Anke Engelke, Moderatorin mit Überblick, wies darauf hin und bat, man möge den wohl irgendwo steckengebliebenen Gästen doch erzählen, was sie verpasst haben.

Tja, was haben sie verpasst? Anke eben, nach mehrjähriger Pause erneut in dieser Position, chamäleonhaft begnadet, fähig, in einem Satz von weltläufiger Eleganz zu Berliner Schnodderigkeit zu wechseln, um dann in eine Art indisches Englisch zu verfallen, wenn das gerade passt, und nebenbei Dieter Kosslick, den „Mr. Berlinale“, bei einem Hänger kurz zu ermahnen, dies sei nicht die Probe, sondern schon die Show. Obwohl man bei ihm kaum unterscheiden kann, was kleine Panne ist oder gezielter Gag.

Die 60. Berlinale hat nun also begonnen, das wurde noch dem letzten Festivalneuling wieder und wieder eingebläut. Der Blick nach vorn war ebenso einer zurück, mit afrikanischem Geburtstagsständchen als Filmkonserve, mit früheren Gästen und alten Plakaten als Hintergrundbildern, mit einem Filmchen über die Anfänge und einem amerikanischen Veteranen des Marshall-Plans als besonders begrüßtem Gast. Aber nach 60 Jahren wird es wohl erlaubt sein, „ein bisschen auf dicke Hose zu machen“, wie Anke Engelke, durchaus erfrischend, die historische Nabelschau verulkte, das macht sie mit links und sie machte es gut.

Möglich, dass das Wetter auch dabei mitspielte, als das Team um den chinesischen Eröffnungsfilm „Tuan Yuan“ entschied, sich ausnahmslos rote Seidenschals um den Hals zu drapieren. Regisseur Wang Quan’an und sein Trupp waren exotischer Abschluss einer sonst weitgehend aus einheimischen Kräften bestückten Starparade. Immerhin sah man neben gewohntem Filmpersonal wie Michael Gwisdek, Mario Adorf, Sybel Kekili, Sebastian Koch, Tom Tykwer, Christiane Paul und Detlev Buck auch seltenere Gäste wie Vicky Leandros und sogar Marius Müller-Westernhagen. Selbst Christoph Schlingensief, zurück aus Afrika, war wieder da und ebenso Tilda Swinton, diesmal besonders androgyn frisiert und lachsrot gefärbt. Die Politik vertraten unter anderem Claudia Roth und Walter Momper, Kulturstaatsminister Bernd Neumann und der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit waren ohnehin schon von Berufs wegen da.

Letzterer hatte außer einer Rede sogar noch einen Bären mitgebracht, weiß und aus Porzellan, den Ehrenbären der Stadt für das Geburtstagskind Berlinale, stellvertretend entgegengenommen von Dieter Kosslick und sogleich weitergereicht an seinen Vorgänger Moritz de Hadeln. Eine Berlinale-Kamera, wie sie im Laufe des Festivals noch an die langjährigen Forums-Köpfe Erika und Ulrich Gregor verliehen werde, komme für de Hadeln ja nicht in Frage, der diesen Preis schließlich selbst erfunden habe, ulkte Kosslick.

Zuletzt flimmerten im Kurzdurchlauf alle Wettbewerbsfilme über die Leinwand, dann folgte die obligatorische Vorstellung der Jury. Das Programm wurde nun schon etwas zäher. Zum Glück gab es Anke. Wie man sich den Namen des Jury-Mitglied Yu Nan leicht merken könne? "Ja nun."

Der Tagesspiegel, [12.02.2010]

 
Am Sonntag ist es wieder so weit: Der 10. Karnevalsumzug rollt vom Kurfürstendamm aus durch die City

Die Fasanenfedern sind bestimmt eineinhalb Meter lang. Ihre Spitzen wippen hoch über der schillernden Kappe von Prinz Andreas II. Der heißt mit Nachnamen eigentlich Bloess und arbeitet in einer Messingfabrik. Aber bis Aschermittwoch ist er noch der Berliner Karnevalsprinz 2010. Am Mittwochvormittag sitzt der 45-Jährige mit fünf anderen Männern mit ernsten Mienen und Narrenkappen in der Ständigen Vertretung am Schiffbauerdamm: Drei in märchenhaften Karnevalsfantasieuniformen – und dennoch eher schweigsam. Und drei sehr gesprächige Herren in dunklen Jacketts. „Wir treffen uns hier zur Erklärung des 10. Berliner Karnevalsumzugs nach der Wende“, sagt einer der Sakko-Träger feierlich: Harald Grunert, Vorsitzender des Vereins Karnevals-Zug Berlin und Mitbetreiber der Ständigen Vertretung. Grunert war auch mal Karnevalsprinz. Damals, 1999, als er die Idee hatte, das Rheinland nach Berlin zu holen.

„In diesem Jahr gibt es ein kleines Handicap: Die Bonbons werden nicht so leicht zu finden sein – bei so viel Schnee“, sagt Grunert. Aber die Kälte könne keinen Jecken aufhalten, fügt der zweite Jackettträger, Schatzmeister Martin Hortig, hinzu. Der Zug starte am Sonntag um 11.44 Uhr am Steinplatz in Charlottenburg. Dann geht es rund um den Breitscheidplatz und den Ku’damm rauf und runter. 35 Karnevalsvereine aus Berlin und Brandenburg kommen mit ihren Wagen, dazu Tanzgruppen und Clubs.

750 Leute sorgen im Hintergrund und im Zug für einen reibungslosen Ablauf. Die Veranstalter erwarten 800 000 Zuschauer, wenn nicht sogar eine Million. Darunter 250 000 Kinder. „Früher trug man das Kostüm verschämt unterm Mantel, heute fahren Clowns und Cowboy souverän in der S-Bahn“, sagt Grunert. Das müssen sie auch, denn in Charlottenburg werden Sonntag zwischen 8 und 20 Uhr viele Straßen zwischen Ernst-Reuter-Platz und Tauentzienstraße gesperrt sein. 478 Halteverbotsschilder hätten sie gemietet und aufgestellt, sagt der Schatzmeister. Das sei ganz schön teuer, der Verein muss die Kosten selbst tragen.

Und warum lieben die närrischen Herren das Fest trotzdem so? Etwas pathetisch doziert Hortig, wie erfüllend es sei, als Karnevalsprinz Kinder und alte Menschen zu erfreuen. Auch er war schon mal Adliger auf Zeit. Prinz Andreas II. sagt, er möge Karneval „aus Spaß an der Freud“ und weil er im Fernsehen „Griechischer Wein“ singen darf. Die Federn wippen dann im Takt.

Mehr Details im Netz:
www.karneval-in-berlin.de

Der Tagesspiegel, [11.02.2010]

 
Von DiCaprio bis Depardieu: Für die am Donnerstag beginnende Berlinale haben sich zahlreiche Stars angemeldet

Alle reden vom Eis, Dieter Kosslick handelt. Die tückische Treppe vor dem Berlinale-Palast am Marlene-Dietrich-Platz hat schon ohne weißen Panzer manchen zu Fall gebracht, da geht die Festivalleitung lieber kein Risiko ein und hat rechtzeitig zu den Filmfestspielen private Räumdienste in die Spur geschickt, auf dass sie den Vorplatz freipickeln. Auch die anderen Hauptorte des Filmfests, der Friedrichstadtpalast, das International, das ehemalige Café Moskau als Ort der Eröffnungsparty und nicht zuletzt der Pariser Platz für die „Metropolis“-Vorführung, sollen rechtzeitig geräumt werden, wie Berlinale-Sprecherin Frauke Greiner gestern versicherte.

Es wird auch Zeit, denn am Donnerstag geht es los. Allmählich treffen die ersten Prominenten ein, Renée Zellweger etwa, Mitglied der Jury, wurde gestern Vormittag von Festivalchef Kosslick mit einem Blumenstrauß auf dem Flughafen Tegel empfangen. In der Stadt ist sie fast Stammgast, auch bei der Berlinale ließ sie sich schon sehen, 2003 zur Premiere von „Chicago“. Da musste sie auch singen, bewies eine Doppelbegabung, die sie mit Jury-Kollegin Cornelia Froboess teilt.

Im Mittelpunkt der morgigen Gala stehen die Stars des Eröffnungsfilms „Tuan Yuan“, neben Regisseur Wang Quan’an sind das seine Darsteller Lisa Lu, Ling Feng, Monica Mo und Na Jin. Tags darauf posieren Ewan McGregor, Pierce Brosnan, Olivia Williams sowie Autor Robert Harris auf dem roten Teppich, um den in Babelsberg gedrehten Politthriller „Der Ghostwriter“ vorzustellen. Regisseur Roman Polanski ist bekanntlich verhindert. Aus Bombay kommt Indiens Superstar Shah Rukh Khan angereist. Für „Om Shanti Om“ auf der Berlinale 2008 bereits heftig umjubelt, stellt er in Begleitung der in Indien ebenfalls hoch verehrten Filmdiva Kajol und Regisseur Karan Johar seinen neuen, nicht biografischen Film „My Name is Khan“ vor. Bollywood-Fans bügeln schon die Saris auf.

Kaum ist dieser Trubel vorbei, steht Samstagabend der nächste an: Martin Scorsese, Leonardo DiCaprio, Ben Kingsley und Michelle Williams wollen zur Premiere ihres Inseldramas „Shutter Island“ aufmarschieren. Da DiCaprio im Film mit renitenten, psychopathischen Straftätern und einem losbrechenden Hurrikan fertig werden muss, pustet ihn auch stürmischer Jubel seiner Fans nicht um.

Die Hollywood-Wachablösung im Berlinale-Palast ist Sonntagabend dann Ben Stiller, der „Greenberg“ präsentiert. Im weiteren Verlauf des Festivals werden auch Penélope Cruz, Marion Cotillard und Daniel Day-Lewis erwartet, die gemeinsam mit Regisseur Rob Marshall das Musical „Nine“ vorstellen.

Damit ist der Starreigen noch lange nicht vorbei. Angekündigt sind auch Gérard Depardieu und Isabelle Adjani („Mammuth“), der indische Schauspieler Aamir Khan, diesmal als Produzent („Lagaan“), Geoffrey Rush („Bran Nue Dae“), Catherine Deneuve, Christopher Lee, Michail Gorbatschow und Bob Geldof („Cinema for Peace“) – und viele einheimische Filmstars: darunter Hanna Schygulla, die einen Goldenen Bären fürs Lebenswerk bekommt, Martina Gedeck, Moritz Bleibtreu, Michael Gwisdek, Jürgen Vogel, Joachim Król – kurz: alte Bekannte.

Der Tagesspiegel, [10.02.2010]

 
Werbetafeln an Berliner Baustellen müssen künftig genehmigt werden und "stadtverträglich" sein

Die Sanierung der Siegessäule im Tiergarten wird für den Senat zur Probe aufs Exempel: Die Pläne fürs Aufhübschen der Goldelse werden zwar erst am kommenden Montag von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung vorgestellt – aber dem Vernehmen nach will sich das Land bei deren Sanierung an die gestern beschlossene neue Bauordnung halten und auch das „Verunstaltungsgebot“ beachten. Hinter dem sperrigen Namen verbergen sich die neue Regeln für den Umgang mit der teils bunten, teils schrillen Werbung auf den Großbaustellen der Stadt. „Victoria“ wird deshalb wohl eher dezent verkleidet, die rund 67 Meter hohe Säule ebenso. Und das Motiv der Werbung soll ausgewählt sein, dem Wahrzeichen angemessen, wie es heißt.

Ein grundsätzliches Verbot von Werbung bringt die Gesetzesnovellierung nicht. Wer Plakate aufhängen will, braucht dafür aber eine Genehmigung. Außerdem steht in dem Gesetz, dass großflächige Werbung „stadtverträglich“ sein muss. Aber auch wenn das sicher gestellt ist, werden Genehmigungen für die Plakate auf den vielen Berliner Bauzäunen nur noch zeitlich befristet erteilt: für allerhöchstens sechs Monate.

„Die Bürgerinnen und Bürger fühlen sich zu Recht durch zu viel großflächige Werbung an zentralen Orten der Stadt gestört“, sagte die Senatorin für Stadtentwicklung Ingeborg Junge-Reyer, die die Feder führte bei der Novellierung des Gesetzes. Zuletzt hatte die Verhüllung des Charlottenburger Tores mit dem nach Angaben der CDU „größten Wahlplakat Deutschlands“ für Ärger gesorgt. Der Bezirk nannte diese Parteienwerbung rechtswidrig. Und sogar der Landesrechnungshof hatte sich wiederholt mit der Vergabe von Werbeflächen beschäftigt.

Zurzeit hängen Großplakate am Leipziger und Potsdamer Platz. Gemunkelt wird, die Arbeiten an den Neubauten gingen dort nur deshalb so langsam voran, weil die Einnahmen aus den Plakaten die Finanzierung der Sanierung erleichtern. Auch die Sanierung des verhüllten Brandenburger Tores hatte sich hingezogen.

Doch das ist bald vorbei. Gestern nahm der Senat den „Gesetzentwurf zur Änderung der Bauordnung für Berlin und des Berliner Denkmalschutzgesetzes“ zur Kenntnis. Nun müssen der Ältestenrat und das Abgeordnetenhaus dem Regelwerk zustimmen. Bis Ende des Jahres könnte es dann in Kraft treten, heißt es.

Die neue Bauordnung für Berlin erleichtert auch Investitionen in den Klimaschutz: Wer die Außenwand eines Altbaus mit wärmedämmenden Platten verkleiden will, muss sich dazu nicht mehr mit der Bauaufsicht abstimmen. Dies gilt für Gebäude mit einer Höhe von maximal 22 Metern, bei denen nachträglich „Maßnahmen zur Energieeinsparung“ ergriffen werden.

Die Novellierung der Bauordnung hat auch das Aus für zahlreiche Müllschlucker zur Folge. Wenn sie keine Trennung der Abfallsorte ermöglichen, müssen sie bis Ende des Jahres 2013 stillgelegt werden. Damit dürften die meisten Abfallschächte in Hochhäusern von dem Verbot betroffen sein. Der Senat verweist hier auf die im Abfallrecht verankerte „Trennpflicht".

Der Tagesspiegel, [10.02.2010]

 
Die DBB-Tarifunion zieht eine positive Bilanz des Warnstreiks am Dienstag

Die DBB-Tarifunion zeigte sich zufrieden mit dem Warnstreik bei den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) am Dienstag. Knapp 400 von insgesamt 500 zum Streik aufgerufenen Fahrer hätten sich an dem Arbeitsausstand beteiligt, sagte eine Sprecherin am Nachmittag gegenüber Tagesspiegel Online. Das Ziel sei erreicht worden: "Wir wollten nicht die Fahrgäste schädigen, sondern durch den leichten Rumpelverkehr zum Nachdenken auffordern." Verhandlungsführer Willi Russ hofft nun auf Bewegung bei den Arbeitgebern für die neue Gesprächsrunde am 18. Februar.

Zu Verspätungen kam es besonders auf den Strecken der U-Bahn-Linien 5, 7 und 8, sagte BVG-Pressesprecherin Petra Reetz am Nachmittag. Die U4 sei zwischenzeitlich nur im 20-Minuten-Takt gefahren, weil man Fahrer von dort abgezogen haben. Auch bei den Bussen kam es stadtweit zu Verspätungen von durchschnittlich 5 bis 7 Minuten. "Wir haben es gemerkt, es gab aber kein Verkehrschaos." Insgesamt seien etwa 100 Fahrer nicht zum Schichtdienst gekommen.

Die durch das S-Bahn-Chaos bereits seit Monaten geplagten Berliner nahmen die zusätzlichen Verspätungen offenbar gelassen auf. Beschwerden bei der BVG habe es kaum gegeben, so Reetz: "Da sind die Berliner ziemlich tolerant." Viele Fahrgäste hätten den Streik gar nicht bemerkt und die Verspätungen stattdessen dem Frostwetter zugerechnet.

Dennoch war die Stimmung am Morgen auf dem U-Bahnhof Alexanderplatz genervt. Dort fuhren die U-Bahn-Linien 5 und 8 unregelmäßig, auf den Anzeigentafeln wurde um Geduld gebeten. "Das ist zum Kotzen", befand etwa ein Mittdreißiger auf dem Weg zur Arbeit.

Dass der Warnstreik vergleichsweise milde ausfiel, hängt auch damit zusammen, dass mehr als 80 Prozent der Beschäftigten nicht in der DBB-Tarifunion, sondern in der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi organisiert sind. Verdi hat sich vom Warnstreik distanziert, weil die Tarifverhandlungen für die rund 12.000 Mitarbeiter der BVG und der BVG-Tochterfirma Berlin Transport nach ihrer Einschätzung auf einem guten Weg sind. Die DBB Tarifunion fordert fünf Prozent mehr Einkommen, mindestens jedoch einen Zuwachs zwischen 110 und 150 Euro je nach Entgeltstufe. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 18. Februar geplant.

Der Tagesspiegel, [09.02.2010]

 
Streik bei der BVG

Ungeachtet vereister Gehwege und des eingeschränkten S-Bahn-Verkehrs wollen am Dienstag einige hundert Mitarbeiter der BVG streiken. Lahmgelegt wird der Betrieb dadurch zwar nicht. Vom Beginn der Frühschicht bis zum Nachmittag ist aber mit Ausfällen bei Bussen und U-Bahnen zu rechnen. Doch nicht nur im Nahverkehr wollen Beschäftigte die Arbeit niederlegen – auch im Kreuzberger Urbankrankenhaus, den hiesigen Einrichtungen des Bundes, Kitas, der Stadtreinigung und den Bädern soll stundenweise gestreikt werden.

Vom BVG-Warnstreik könnte vor allem die U-Bahn-Linie 5 (Hönow – Alexanderplatz) betroffen sein, auf die viele S-Bahn-Kunden ausgewichen sind. Die BVG versuchte am Montag, Pläne zu entwickeln, um den Verkehr aufrechtzuhalten. Da sich die größere Gewerkschaft Verdi nicht am dem Warnstreik beteiligt, verfüge man über Reserven, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz.

Zum Warnstreik aufgerufen hat eine Tarifunion, in der die Mitglieder der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der Gewerkschaft Kommunaler Landesdienst vereint sind. Sie haben unter den 12 000 Beschäftigten der BVG nach eigenen Angaben mehr als tausend Mitglieder, vor allem im Tochterunternehmen Berlin Transport, das die Fahrer für die U 5 stellt. 500 der Mitglieder sind zum Streik aufgerufen worden. Die „Nadelstiche“ durch den Streik würden spürbar sein, kündigte Verhandlungsführer Willi Russ von der Tarifunion an.

Sie beteiligt sich zum ersten Mal an den Tarifverhandlungen bei der BVG. Vor allem die GDL hat hier großen Zulauf, nachdem sie 2007 ein vergleichsweise hohes Lohnplus von elf Prozent bei der Bahn durchsetzen konnte. Die nächste Verhandlungsrunde für die BVG ist am 18. Februar. Dann will die Arbeitgeberseite ihr Angebot vorlegen. Der Beamtenbund fordert fünf Prozent mehr, mindestens jedoch einen Betrag von 110 bis 150 Euro je Entgeltstufe. Verdi hat noch keine Forderungen bei der BVG gestellt. In den bisherigen Runden habe sich abgezeichnet, dass es eine „gute Lösung“ geben könne, heißt es auf beiden Seiten. Verdi-Verhandlungsführer Frank Bäsler rechnet damit, dass man sich noch im Februar einigt. Für einen Streik gebe es keinen Anlass.

Mit Warnstreiks in Kitas und Bezirksämtern soll am Dienstag der Druck auf den Senat erhöht werden (siehe Text unten). Zwischen 10 und 14 Uhr werden Teile der Innenstadt blockiert sein. Unter anderem Mitarbeiter der Stadtreinigung laufen vom Wittenbergplatz zum Fehrbelliner Platz, wo Verdi-Bundeschef Frank Bsirske erwartet wird.

Im Vivantes-Klinikum am Urban sollen schon am Morgen die OP-Schwestern streiken. Verdi ruft dazu auf, ab 7.30 Uhr die Arbeit niederzulegen. Not-OPs seien aber sichergestellt. Wie bei der BVG fallen auch die Beschäftigten des Klinikkonzerns Vivantes nicht unter den Tarif, der derzeit zwischen dem Senat und Verdi für den öffentlichen Dienst Berlins ausgehandelt wird. Vivantes gehört zum Kommunalen Arbeitgeberverband. Anders als bei den Berliner Ämtern streiten die Gewerkschaften hier nicht mit dem Senat, sondern mit dem Bund, Grundlage ist der bundesweite Tarifvertrag des öffentlichen Dienstes. Die Verhandlungen dazu wurden gerade ausgesetzt. In vielen Städten Westdeutschlands blieben Kitas und Müllabfuhren am Montag zu. Bund und Kommunen lehnen die Forderung von fünf Prozent mehr Lohn für ihre 1,3 Millionen Angestellten ab.

Der Tagesspiegel, [08.02.2010]

 
Der britische Superstar kommt im März zur Echo-Verleihung nach Berlin

Robbie Williams kommt zur Verleihung des Musikpreises Echo am 4. März nach Berlin. Er werde bei dem Auftritt seine neue Single „Morning Sun“ vorstellen, teilten die Veranstalter am Montag mit. Der Sänger wurde in den vergangenen Jahren bereits sechs Mal mit dem Echo als bester internationaler Künstler ausgezeichnet. 2003 trat er schon einmal live bei der Preisverleihung auf. Auch in diesem Jahr ist er wieder nominiert. Neben ihm treten in diesem Jahr auch Rihanna, Sade, Jan Delay und Xavier Naidoo auf.

Die 19. Echo-Verleihung wird von Sabine Heinrich und Matthias Opdenhövel moderiert und am 4. März um 20.15 Uhr live im Ersten übertragen. Der wichtigste deutsche Musikpreis wird in 23 Kategorien verliehen. Für einen Echo nominiert sind unter anderen Lady Gaga, Robbie Williams, Depeche Mode und Beyoncé.

Der Tagesspiegel, [08.02.2010]

 
Die Berlinale wird 60

Berlins großes Filmfestival beginnt am Donnerstag und feiert diesmal auch noch einen runden Geburtstag: Die Berlinale wird 60. Höchste Zeit, sich um Eintrittskarten für die Berlinale-Kinos zu kümmern. Am Montag beginnt der Vorverkauf.

Wie teuer? Reguläre Karten kosten zwischen 7 und 11 Euro. Für jede Filmvorstellung gibt es drei Tage im Voraus Karten, für die Wettbewerbswiederholungen vier Tage im Voraus. Auch für die Veranstaltungen im Friedrichstadtpalast, HAU und in den Kiezkinos beginnt der Vorverkauf heute, ebenso der Online-Verkauf auf www.berlinale.de. Die Bearbeitungsgebühr beträgt 1,50 Euro.

Wo? Tickets gibt es täglich, 10 bis 20 Uhr, in den Potsdamer-Platz-Arkaden, im Kino International, Karl-Marx-Allee 33, in der Urania, An der Urania 17, und an allen Eventim-Theaterkassen. Am Vorstellungstag sind Karten nur an den Kinokassen erhältlich: im Bluemax-Theater ab 15 Uhr, Urania ab 16 Uhr, International/Friedrichstadtpalast ab 13 Uhr.

Der Tagesspiegel, [08.02.2010]