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"Sex and the City Collection"
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Neuer Buddy Bär zur 62. Berlinale
Der Bär zeigt berühmte Motive der Berliner Filmgeschichte

Vom 09. bis 19. Februar 2012 findet die 62. Berlinale statt.
Der Bär zeigt berühmte Motive der Berliner Filmgeschichte

Vom 09. bis 19. Februar 2012 findet die 62. Berlinale statt. Passend zu einem der wichtigsten Events der internationalen Filmindustrie, ist die neuste Buddy Bär Miniatur "Filmstadt Berlin" erhältlich. Der Bär zeigt berühmte Motive der Berliner Filmgeschichte.

Neben Marlene Dietrich in "Der blaue Engel" oder den Klassikern "Metropolis" und "M – eine Stadt sucht einen Mörder", sind der Potsdamer Platz und der Zoo Palast als aktuelle Schauplätze von Premierenfeiern und Filmfestspielen zu sehen.

Berlin schaut auf eine lange Filmtradition zurück und ist heute eine wachsende lebendige Filmstadt. Jedes Jahr entstehen hier rund 300 neue Filmproduktionen. Zahlreiche Synchronisationsstudios sowie mehrere hundert Film- und Fernsehproduktionsfirmen sind hier ansässig.

 

 
Gemütliches Warm Up für die Berlinale 2012
Nicht nur das Podium machte dieses Mal einen leicht müden Eindruck

"Ziehen Sie sich warm an“, empfahl Dieter Kosslick auf der diesjährigen Pressekonferenz zur bevorstehenden Berlinale.
Nicht nur das Podium machte dieses Mal einen leicht müden Eindruck

"Ziehen Sie sich warm an“, empfahl Dieter Kosslick auf der diesjährigen Pressekonferenz zur bevorstehenden Berlinale. Vorbildhaft trägt er selbst im überheizten Saal des Bundespresseamts wie immer einen schützenden Schal um den Hals. So gemütlich und saturiert geht es bekanntlich nicht überall auf der Welt zu.

Aufbrüche und Umbrüche hätten das Programm der 62. Internationalen Festspiele Berlins entsprechend kuratiert, so Dieter Kosslick, zahlreich die Geschichten um Aufstände und Revolutionen. Aus allen Teilen der bekannten und unbekannteren Welt erreichen uns Nachrichten von oft schmerzhaften gesellschaftlichen Umbrüchen, die, folgt man Kosslick, durchaus aber auch vergleichbar sind.

Geld und die Rettung des Selbst

Denn wenngleich es im Schlafzimmer von Hosni Mubarak kurz vor dem Sturz des Herrschers wahrscheinlich nicht ganz so sexy zuging, wie bei Marie Antoinette in dem Eröffnungsfilm „Les adieux à la reine“, am Ende geht es um Geld und die Rettung des Selbst. Da solche gesellschaftlichen Umbrüche stets eine Geschichte haben, wird es quer durch alle Sektionen Filme geben, die politische Entwicklungen, die Teilhabe an der Macht, über lange Zeiträume betrachten.

In besonderer Weise gilt dies wohl für den zuletzt für den Wettbewerb nominierten „White Deer Plain“ des chinesischen Regisseurs Wang Quan’an, die Adaption eines umstrittenen Buchs über die chinesische Geschichte. Angesichts von Zeit und Raum, die es da zu bewältigen gilt, erscheinen dreieinhalb Stunden Laufzeit tatsächlich nicht sehr lang.

Nicht alle Kalauer Kosslicks gelingen

Ob sich das epische Werk deshalb als Kurzfilm klassifizieren lässt, wie Kosslick es auf seine zum Scherz drängende Weise tut, sei dahingestellt. Nicht alle Kalauer Kosslicks gelingen eben, doch ohne seine Koketterien („Wie heißt das noch mal, wo man beim Telefonieren die Leute sehen kann?“) und grenzwertigen Kommentare wäre der Unterhaltungswert der Pressekonferenz nicht mehr messbar.

Allerdings ist die immer gleiche drängende Frage der Journalisten nach den Stars angesichts der gerade vorgestellten thematischen und formalen Vielheit der Filme ja auch nicht wirklich originell. Ganz neu ist in diesem Jahr dagegen das „Berlinale Special“ im Haus der Berliner Festspiele. Hier wird unter anderem das Bosnien-Drama von Angelina Jolie zu sehen sein, und nach den Abendvorstellungen besteht die Möglichkeit, mit den Filmemachern zu diskutieren.

Weiterhin gibt es aber zahlreiche Künstler, die nicht zur Berlinale kommen können, weil sie in ihren Heimatländern festgehalten werden, wie etwa der iranische Regisseur Jafar Panahi oder der chinesische Künstler Ai Weiwei. So ernst kann man Kunst auch nehmen.

Berliner Zeitung, [01.02.2012]

 
SPD zweifelt an der Zukunft des ICC
Fraktionschef Raed Saleh stellt die Nutzung des ICC als Kongresszentrum wegen zu hoher Sanierungskosten infrage

Vor neun Wochen erst haben SPD und CDU in ihrer Koalitionsvereinbarung festgeschrieben, dass das ICC nach der geplanten Sanierung als „zentrales Kongresszentrum weitergenutzt“ wird.
Fraktionschef Raed Saleh stellt die Nutzung des ICC als Kongresszentrum wegen zu hoher Sanierungskosten infrage

Vor neun Wochen erst haben SPD und CDU in ihrer Koalitionsvereinbarung festgeschrieben, dass das ICC nach der geplanten Sanierung als „zentrales Kongresszentrum weitergenutzt“ wird. Doch der neue SPD-Fraktionschef Raed Saleh stellt das Ganze jetzt wieder infrage. Er kann sich inzwischen auch eine andere Nutzung vorstellen: Sollten die Sanierungskosten tatsächlich „in Richtung 330 Millionen Euro gehen“, sagte Saleh am Sonntag, könne man im ICC statt eines Kongresszentrums Ausstellungsflächen für die Messe Berlin unterbringen, womöglich mit variablen Innenwänden. Das käme preisgünstiger. „Zunächst einmal sollten wir aber gemeinsam mit dem Koalitionspartner CDU und den drei zuständigen Senatsverwaltungen genau errechnen, wie teuer eine Sanierung wird“, sagte Saleh. Er wolle bei den Kosten für Asbestbeseitigung, Umbau und energetische Sanierung Klarheit. „Man kann das ICC auch totrechnen."

Ein Gutachten aus dem Hause von Finanzsenator Nußbaum (parteilos) hatte jüngst die Sanierungskosten bei 330 statt der ursprünglich geplanten 180 Millionen Euro gesehen. Von Nußbaum ist bekannt, dass er nicht viel von einer ICC-Sanierung hält. Saleh stellte aber klar, dass er das ICC keineswegs abreißen wolle. „Ich bin ein Fan des ICC.“ Bei der von Saleh ins Gespräch gebrachten Teilsanierung des ICC würde das eigentliche Kongresszentrum dann in der Mehrzweckhalle seinen Platz finden, die am Ort der abgerissenen Deutschlandhalle entstehen soll. Bisher soll diese Halle nur während der mehrjährigen ICC-Sanierung als Ersatz für das Kongresszentrum herhalten.

Umfangreiche Umbauten

Michael T. Hofer, Sprecher der Messe Berlin GmbH, sprach sich am Sonntag dafür aus, am ICC als Kongresszentrum festzuhalten. „Das ICC muss auch nach der Sanierung weiter Kongressen Platz bieten“, sagte er. Die neue Mehrzweckhalle brauche man später für zeitgemäße Präsentationen. Die Messe Berlin könne nicht ständig mit „Zwischenlösungen“ arbeiten. „Unser Ziel ist, dass Kongresse in Berlin bleiben und nicht ins Ausland gehen“, sagte Hofer. Allein im vergangenen Jahr hätten die Kongresse und ihre Teilnehmer zwei Milliarden Euro nach Berlin gebracht. Im Innern des ICC müssten allerdings umfangreiche Umbauten vorgenommen werden, so der Messe-Sprecher. Man müsse zum Beispiel den Küchenbereich verkleinern, brauche weniger Fernsehstudios und keine Telefonzellen mehr. Stattdessen benötige man zusätzliche Konferenzräume.

Die CDU machte klar, dass sie an den bisherigen Plänen für das ICC festhalte. Man brauche nun ein Finanzierungs- und Planungskonzept, so Heiko Melzer, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion. Es werden aber keine „Fünf-Sterne-Goldsanierung“ geben.

Berliner Zeitung, [30.01.2012]

 

 

 
Der Bär zeigt berühmte Motive der Berliner Filmgeschichte

Vom 09. bis 19. Februar 2012 findet die 62. Berlinale statt. Passend zu einem der wichtigsten Events der internationalen Filmindustrie, ist die neuste Buddy Bär Miniatur "Filmstadt Berlin" erhältlich. Der Bär zeigt berühmte Motive der Berliner Filmgeschichte.

Neben Marlene Dietrich in "Der blaue Engel" oder den Klassikern "Metropolis" und "M – eine Stadt sucht einen Mörder", sind der Potsdamer Platz und der Zoo Palast als aktuelle Schauplätze von Premierenfeiern und Filmfestspielen zu sehen.

Berlin schaut auf eine lange Filmtradition zurück und ist heute eine wachsende lebendige Filmstadt. Jedes Jahr entstehen hier rund 300 neue Filmproduktionen. Zahlreiche Synchronisationsstudios sowie mehrere hundert Film- und Fernsehproduktionsfirmen sind hier ansässig.

 
Nicht nur das Podium machte dieses Mal einen leicht müden Eindruck

"Ziehen Sie sich warm an“, empfahl Dieter Kosslick auf der diesjährigen Pressekonferenz zur bevorstehenden Berlinale. Vorbildhaft trägt er selbst im überheizten Saal des Bundespresseamts wie immer einen schützenden Schal um den Hals. So gemütlich und saturiert geht es bekanntlich nicht überall auf der Welt zu.

Aufbrüche und Umbrüche hätten das Programm der 62. Internationalen Festspiele Berlins entsprechend kuratiert, so Dieter Kosslick, zahlreich die Geschichten um Aufstände und Revolutionen. Aus allen Teilen der bekannten und unbekannteren Welt erreichen uns Nachrichten von oft schmerzhaften gesellschaftlichen Umbrüchen, die, folgt man Kosslick, durchaus aber auch vergleichbar sind.

Geld und die Rettung des Selbst

Denn wenngleich es im Schlafzimmer von Hosni Mubarak kurz vor dem Sturz des Herrschers wahrscheinlich nicht ganz so sexy zuging, wie bei Marie Antoinette in dem Eröffnungsfilm „Les adieux à la reine“, am Ende geht es um Geld und die Rettung des Selbst. Da solche gesellschaftlichen Umbrüche stets eine Geschichte haben, wird es quer durch alle Sektionen Filme geben, die politische Entwicklungen, die Teilhabe an der Macht, über lange Zeiträume betrachten.

In besonderer Weise gilt dies wohl für den zuletzt für den Wettbewerb nominierten „White Deer Plain“ des chinesischen Regisseurs Wang Quan’an, die Adaption eines umstrittenen Buchs über die chinesische Geschichte. Angesichts von Zeit und Raum, die es da zu bewältigen gilt, erscheinen dreieinhalb Stunden Laufzeit tatsächlich nicht sehr lang.

Nicht alle Kalauer Kosslicks gelingen

Ob sich das epische Werk deshalb als Kurzfilm klassifizieren lässt, wie Kosslick es auf seine zum Scherz drängende Weise tut, sei dahingestellt. Nicht alle Kalauer Kosslicks gelingen eben, doch ohne seine Koketterien („Wie heißt das noch mal, wo man beim Telefonieren die Leute sehen kann?“) und grenzwertigen Kommentare wäre der Unterhaltungswert der Pressekonferenz nicht mehr messbar.

Allerdings ist die immer gleiche drängende Frage der Journalisten nach den Stars angesichts der gerade vorgestellten thematischen und formalen Vielheit der Filme ja auch nicht wirklich originell. Ganz neu ist in diesem Jahr dagegen das „Berlinale Special“ im Haus der Berliner Festspiele. Hier wird unter anderem das Bosnien-Drama von Angelina Jolie zu sehen sein, und nach den Abendvorstellungen besteht die Möglichkeit, mit den Filmemachern zu diskutieren.

Weiterhin gibt es aber zahlreiche Künstler, die nicht zur Berlinale kommen können, weil sie in ihren Heimatländern festgehalten werden, wie etwa der iranische Regisseur Jafar Panahi oder der chinesische Künstler Ai Weiwei. So ernst kann man Kunst auch nehmen.

Berliner Zeitung, [01.02.2012]

 
Fraktionschef Raed Saleh stellt die Nutzung des ICC als Kongresszentrum wegen zu hoher Sanierungskosten infrage

Vor neun Wochen erst haben SPD und CDU in ihrer Koalitionsvereinbarung festgeschrieben, dass das ICC nach der geplanten Sanierung als „zentrales Kongresszentrum weitergenutzt“ wird. Doch der neue SPD-Fraktionschef Raed Saleh stellt das Ganze jetzt wieder infrage. Er kann sich inzwischen auch eine andere Nutzung vorstellen: Sollten die Sanierungskosten tatsächlich „in Richtung 330 Millionen Euro gehen“, sagte Saleh am Sonntag, könne man im ICC statt eines Kongresszentrums Ausstellungsflächen für die Messe Berlin unterbringen, womöglich mit variablen Innenwänden. Das käme preisgünstiger. „Zunächst einmal sollten wir aber gemeinsam mit dem Koalitionspartner CDU und den drei zuständigen Senatsverwaltungen genau errechnen, wie teuer eine Sanierung wird“, sagte Saleh. Er wolle bei den Kosten für Asbestbeseitigung, Umbau und energetische Sanierung Klarheit. „Man kann das ICC auch totrechnen."

Ein Gutachten aus dem Hause von Finanzsenator Nußbaum (parteilos) hatte jüngst die Sanierungskosten bei 330 statt der ursprünglich geplanten 180 Millionen Euro gesehen. Von Nußbaum ist bekannt, dass er nicht viel von einer ICC-Sanierung hält. Saleh stellte aber klar, dass er das ICC keineswegs abreißen wolle. „Ich bin ein Fan des ICC.“ Bei der von Saleh ins Gespräch gebrachten Teilsanierung des ICC würde das eigentliche Kongresszentrum dann in der Mehrzweckhalle seinen Platz finden, die am Ort der abgerissenen Deutschlandhalle entstehen soll. Bisher soll diese Halle nur während der mehrjährigen ICC-Sanierung als Ersatz für das Kongresszentrum herhalten.

Umfangreiche Umbauten

Michael T. Hofer, Sprecher der Messe Berlin GmbH, sprach sich am Sonntag dafür aus, am ICC als Kongresszentrum festzuhalten. „Das ICC muss auch nach der Sanierung weiter Kongressen Platz bieten“, sagte er. Die neue Mehrzweckhalle brauche man später für zeitgemäße Präsentationen. Die Messe Berlin könne nicht ständig mit „Zwischenlösungen“ arbeiten. „Unser Ziel ist, dass Kongresse in Berlin bleiben und nicht ins Ausland gehen“, sagte Hofer. Allein im vergangenen Jahr hätten die Kongresse und ihre Teilnehmer zwei Milliarden Euro nach Berlin gebracht. Im Innern des ICC müssten allerdings umfangreiche Umbauten vorgenommen werden, so der Messe-Sprecher. Man müsse zum Beispiel den Küchenbereich verkleinern, brauche weniger Fernsehstudios und keine Telefonzellen mehr. Stattdessen benötige man zusätzliche Konferenzräume.

Die CDU machte klar, dass sie an den bisherigen Plänen für das ICC festhalte. Man brauche nun ein Finanzierungs- und Planungskonzept, so Heiko Melzer, wirtschaftspolitischer Sprecher der Fraktion. Es werden aber keine „Fünf-Sterne-Goldsanierung“ geben.

Berliner Zeitung, [30.01.2012]

 
Bei beißender Kälte und Schneefall luden Berliner Museen zur Langen Nacht

Als Eva Hausknecht zum letzten Mal in solch einer engen Grenzabfertigungskabine stand, bekam sie einen Lachkoller. Das war am 1. Dezember 1989, wenige Wochen nach dem Fall der Mauer, und die Goslarerin musste zu einer Tagung nach Ostdeutschland. „Ich hatte die fünf Mark Einreisegebühr als Münzgeld in der Hand, doch sie passten nicht durch den schmalen Schlitz unter dem Sicherheitsglas“, erinnert sich Hausknecht. Da habe sie vor der Grenzbeamtin einen Lachanfall bekommen. „Ich musste daran denken, wie ich wenige Wochen zuvor in so einer Situation noch total panisch reagiert hätte und musste immer mehr lachen."

Mehr als 20 Jahre später wirkt sie sehr gelassen.

Auch wenn der Besuch des Tränenpalasts nicht gerade sehr angenehme Erinnerungen an zahlreiche angsterfüllte Grenzkontrollen in Hausknecht wachruft – doch wiedersehen wollte sie ihn.

Eva Hausknecht ist an diesem Samstagabend mit ihrem Sohn Joachim auf der 30. Langen Nacht der Museen unterwegs. Der Tränenpalast ist die erste Station von Mutter und Sohn, die sich über diese besondere Gelegenheit freuen: Denn die ehemalige Ausreisehalle am Bahnhof Friedrichstraße nimmt erstmals an der Langen Nacht teil, da hier erst im September 2011 nach der Sanierung des Hauses die Ausstellung „GrenzErfahrungen. Alltag der deutschen Teilung“ eröffnet wurde.

Bereits um kurz nach 18 Uhr, direkt zu Beginn der Langen Nacht, betreten nach und nach immer mehr Menschen den Tränenpalast. Sie schütteln sich den Schnee von Mützen und Jacken und freuen sich über die Wärme im Museum, denn draußen hat es bei Minusgraden angefangen, leicht zu schneien.

Wer an diesem Abend zu Fuß unterwegs ist und die beißende Kälte im Gesicht spürt, ist froh, wenn er dick angezogen ist. Oder wenn er bequem und warm in einem der Shuttlebusse sitzt, die die Besucher vom logistischen Zentrum am Kulturforum auf sechs Routen zu den 70 teilnehmenden Häusern innerhalb des S-Bahn-Ringes bringen. „Es ist immer sehr charmant in diesen Bussen“, sagt Sigrid Peter. „Es herrscht eine nette Atmosphäre, man unterhält sich schon mal untereinander und es passen immer zehn Menschen mehr hinein als man denkt."

Sigrid Peter ist mit Günter Paus schon zum zehnten Mal auf der Langen Nacht dabei, die beiden sind quasi alte Hasen. Gerade schauen sie sich die Ausstellung zur deutschen Geschichte im Historiale Museum Unter den Linden an, auch dieses Haus nimmt zum ersten Mal teil. „Mehr als vier Museen in Ruhe anzusehen schafft man einfach nicht“, weiß Sigrid Peter. Für dieses Mal haben sie und ihr Begleiter sich noch die Humboldt-Box und das Deutsche Historische Museum vorgenommen – mit dem Bus, auch wenn beide Ziele nur wenige Hunderte Meter weit weg sind.

Dabei ist es trotz der Kälte eine besondere Erfahrung, in dieser Nacht unterwegs zu sein. Auch wenn viele Gehwege wegen des steten Schneefalls zunehmend rutschiger werden und es schon fast ein kleines Abenteuer ist, die Schlossbrücke mit nicht besonders stark profilierten Schuhen zu überqueren.

Touristen fotografieren sich im Schneetreiben unter den starken Scheinwerfern vor dem Eingang des Automobil-Forums, das mit der Fotoausstellung „Riten des Lebens“ und mehreren Musikbands an der Langen Nacht teilnimmt. Kinder formen begeistert kleine Schneebälle, singen „Schneeflöckchen, Weißröckchen“ und an der Ecke Friedrichstraße/Unter den Linden spielt ein junger Mann Trompete – fast könnte wieder Weihnachten sein.

Einen besonders starken Eindruck ruft inmitten der fallenden Flocken die Wort-Licht-Installation „Lumières“ am Reiterdenkmal Friedrich des Großen Unter den Linden hervor, die noch bis Sonntagmorgen zu sehen ist. Da sich der Geburtstag des Preußenkönigs am 24. Januar zum 300. Mal jährte, widmet sich die Lange Nacht mit vielen Angeboten dem Alten Fritz.

Gelbe Beamer-Strahlen werfen rechts und links vom Reiterdenkmal französische Verse aus Friedrichs Feder und deren deutsche Übersetzung an die Fassaden der Humboldt-Universität. „Die Ruhe ist erlaubt, aber nur unter Lorbeeren“ heißt es da unter anderem. – Wie schön, ein Hauch Sommerfantasie inmitten des Wintereinbruchs.

Wer diesem entkommen will, flüchtet ins Deutsche Guggenheim. Hier entspannen sich die Besucher bei warmen Temperaturen und leiser Musik in blauen Liegestühlen. Ein gar nicht mehr ganz so junges Paar küsst sich ausdauernd und zärtlich, als läge es am Strand. Ansonsten sind hier eher auffällig viele junge Besucher unterschiedlicher Nationalitäten unterwegs, angelockt von der lebendig und modern präsentierten Ausstellung „Found in Translation“ über interkulturelle Verständigung.

Sommer herrscht auch im Schlüterhof des Deutschen Historischen Museums – anlässlich der Ausstellung „Unter Bäumen. Die Deutschen und der Wald“ wurde in dem großen Hof mit Vogelgezwitscher und Videos eine fast verträumte Waldatmosphäre geschaffen. Zwei junge Mädchen werfen sich hier übermütig auf den Boden und lachen, als würden sie ins weiche Moos fallen.

Weniger zu lachen haben zum gleichen Zeitpunkt all die Besucher, welche die Alte Nationalgalerie auf der Museumsinsel besuchen wollen. Da aus Sicherheitsgründen nur 500 Personen im Haus erlaubt sind, hat sich vor dem Eingang eine lange Schlange gebildet.

Dass das kleine Schild, das darüber informierte, dass es Eintrittskarten nur im Alten Museum gibt, in der Dunkelheit nur sehr schwer zu erkennen ist, ärgert vor allem die Besucher, die diesen Hinweis übersehen. Sie erfahren erst nach einer langen Wartezeit unmittelbar am Eingang, dass sie ohne Ticket nicht eingelassen werden. Wer schon vorher ein Ticket hatte, hat Glück. Und kann an zahlreichen Führungen teilnehmen.

Zum Beispiel mit dem Kunsthistoriker Andreas Knüppel, der Führungen zum Thema „Friedrich der Große in den Werken Adolph Menzels“ anbietet. Sympathisch gemacht und informativ ist sein Vortrag an den Gemälden „Ansprache Friedrichs des Großen an seine Generale vor der Schlacht bei Leuthen“ und „Flötenkonzert Friedrich des Großen in Sanssouci“ – sehr lang allerdings nicht. „Die Führungen an normalen Tagen sind wesentlich länger und ausführlicher“, sagt Knüppel.

Denn die Lange Nacht ist für die teilnehmenden Museen natürlich nicht zuletzt ein wichtiges Werbeinstrument. Dass sie als solches funktioniert, beweist die konstant hohe Besucherzahl. Nach Erwartungen der Veranstalter werden es trotz der winterlichen Verhältnisse und mancher dadurch bedingter Verspätungen der Shuttle-Busse auch in dieser Nacht bis zum Ende um 2 Uhr morgens wieder gut 30.000 Besucher sein.

Nach 30 Langen Nächten und 15 Jahren waren es damit insgesamt mehr als eine Million Besucher. Das einmillionste Ticket hat an diesem Samstagabend eine Frau aus Friedenau an einer der Abendkassen am Kulturforum gekauft. Als Preis darf sie mit ihrer Tochter für drei Tage nach Budapest fliegen und die dortige Lange Nacht der Museen besuchen. Da diese im Juni stattfindet, müssen sich die Gewinnerinnen dann um warme Kleidung sicherlich keine Gedanken mehr machen.

Der Tagesspiegel, [28.01.2012]

 
Um zwei umstrittene Bauprojekte in der City-West war es ruhig geworden - doch nun tut sich wieder etwas

Die Pläne des Unternehmers Kurt Krieger für zwei Möbelhäuser in Grunewald und ein Wohnungsbauprojekt an der Wilmersdorfer Schaperstraße erzürnen Anwohner in der City-West. Beide Vorhaben schienen zuletzt am Widerstand von Bezirkspolitikern zu scheitern, aber die Investoren lassen nicht locker. Möbelhauschef Krieger traf sich Dienstagabend mit seinen Kritikern zum vertraulichen Gespräch. Und an der Schaperstraße hat der Baukonzern Hochtief das Areal gekauft, auf dem das Haus der Berliner Festspiele und die Bar jeder Vernunft stehen.

Dort stritten eine Bürgerinitiative und der bisherige Eigentümer, die in Hamburg und Schwerin ansässige Neubau-Gruppe, gut zehn Jahre lang. Zuerst ging es um ein geplantes Hochhaus, später um eine Wohnbebauung. Das Aus schien gekommen, als sich nach den Grünen in Charlottenburg-Wilmersdorf auch die CDU auf die Seite der Baugegner schlug. Im August 2011 stoppte der damalige Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler (CDU) das Bebauungsplanverfahren. Nur die SPD schloss eine Bebauung nicht generell aus.

Nun hat Hochtief, bisher nur als Co-Investor im Gespräch, mit der Firma Neubau einen Kaufvertrag geschlossen. Dieser tritt laut Baustadtrat Marc Schulte (SPD) „nach Erlaubnis einer Wohnbebauung“ in Kraft. Der Konzern habe angekündigt, in einem „partnerschaftlichen Verfahren“ eine einvernehmliche Lösung zu suchen. Das Bezirksamt werde mit allen Beteiligten reden, sagt Schulte. Vielleicht gebe es Spielraum beim Maß der Bebauung. Eine Hochtief-Sprecherin sagte, eine Detailplanung könne es erst nach einem Bebauungsplanverfahren geben. Dann werde man sehen, was „möglich ist“. Doch ob die BVV überhaupt bereit ist, ein neues Verfahren zu starten, ist offen.

Bewegung auch im Konfliktfall Grunewald: Möbelunternehmer Krieger und sein Projektleiter trafen sich mit Stadtrat Schulte und Vertretern der Bürgerinitiative „Zwischen den Gleisen“ zum Gespräch über geplante Möbelhäuser der Marken Höffner und Sconto auf dem ehemaligen Güterbahnhof. Die BVV hatte das Vorhaben im November als „nicht umsetzbar“ abgelehnt. Nach Angaben der von Eichkamper Bürgern gegründeten Initiative ging es nun vor allem um das befürchtete „Verkehrschaos“. Krieger habe „keine Lösung angeboten“, aber „erstmals Pläne mit alternativen Nutzungsformen“ vorgelegt.

Stadtrat Schulte relativierte das: Es sei zunächst nur um die Verkehrsbelastung im Falle einer Nutzung mit Kleingewerbe und Wohnungen gegangen, wie sie die BVV empfehle. Weitere Gespräche sollen folgen. Die Anwohner fordern, dass „historisch wertvolle“ alte Bahngebäude bis dahin nicht abgerissen werden.

Der Tagesspiegel, [26.01.2012]

 
Die Unterschriften gegen die Schließung des Kinos haben nichts genützt

Nachdem der Einsatz der Initiative "Rettet die Kurbel" und über 8000 Unterschriften nichts am Aus des Charlottenburger Kinos in der Giesebrechtstraße im Dezember ändern konnten, versuchen die Anwohner nun gerichtlich einen Baustopp zu erzwingen. Vier Anwohner hätten einen Eilantrag beim Verwaltungsgericht gestellt, sagte Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann (SPD). Der Bezirk hatte im Dezember bereits einen entsprechenden Antrag abgelehnt.

Die Anwohner wollen die Eröffnung eines Biosupermarkts verhindern. Die verkehrlichen Entwicklungen seien im Bauantrag nicht geklärt worden, argumentieren die Anwohner. Sie befürchten Lärm und zugeparkte Straßen bei der Warenanlieferung und durch parkende Kunden.

Naumann sagte, dies solle im weiteren Verfahren besprochen werden. Marc Schulte, SPD-Bezirksrat für Stadtentwicklung, gab zwar zu, dass der Supermarkt zu verkehrlichen Veränderungen führen werde, allerdings „keine innerstädtisch untypische Verkehrssituation geschaffen wird“. Der Investor rechne mit bis zu acht Lieferungen pro Woche.

Obwohl die Stühle bereits aus dem großen Saal gerissen wurden, hoffen die Anwohner weiterhin auf einen Neustart des Kinos und wollen mit den Entscheidungsträgern sprechen. Das Bezirksamt jedoch, sagt Naumann, glaube nicht mehr an eine Rettung der Kurbel.

Der Tagesspiegel, [26.01.2012]

 
Auf der Grünen Woche feiern 300 Aussteller in der Brandenburghalle Jubiläum

Zuerst eine Salami mit Ananas, Mango und Kokos aus Wusterhausen, dann ein Gläschen Kräuterlikör "Halb so wild" aus Krummensee, ein Becher Chicorée-Eis vom Landgut Pretschen und zum Schluss ein mit Spargelsoße gemischtes Bier aus Neuzelle. Wer all diese Neuheiten in der Brandenburghalle der Grünen Woche probieren will, braucht eine gute Konstitution. Doch die Besucher werden sich auch diesmal wieder mit Vergnügen durch die Geschmacksproben kämpfen, zumal bei den Brandenburgern noch am ehesten die begehrten kostenlosen Häppchen zu ergattern sind.

Zwischen all den Köstlichkeiten liegt aber auch viel bunt bedrucktes Papier. Darauf finden sich Adressen von Pferdehöfen, Schlosshotels, Rad- und Kanutouren oder Einladungen in Hofläden, zu Landpartien und Erntefesten. Diesmal mehr denn je. Denn die märkischen Aussteller feiern Jubiläum: 1993 hatte das Land auf der Grünen Woche erstmals eine eigene Halle.

Noch bis in die späten 90er Jahre war das alljährliche Gastspiel der Brandenburger Landwirte auf der Messe für viele Berliner und ihre Kinder ein seltenes Erlebnis. Doch inzwischen ist das Umland vertrauter geworden. Etliche Höfe laden unter dem Motto „Land erleben“ auch selbst nach draußen in ihre Hofläden und Ställe ein, vor allem im Juni zur schon traditionellen „Brandenburger Landpartie“. Aber sie kommen auch weiterhin gerne in die Stadt, um auf der Grünen Woche für all diese Angebote kräftig zu werben.

Rund 300 Aussteller sind im zwanzigsten Jahr in der Brandenburghalle. Die 640.000 Euro, die sich das Land seinen diesjährigen Messeauftritt kosten lasse, seien „gut angelegtes Geld“, sagte Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) beim Rundgang am Donnerstag. Weitere 266.000 Euro steuern die einzelnen Aussteller bei. Einige sind sogar schon seit 1993 dabei.

Wie potenzielle Ausflügler „geködert“ werden, zeigt der gemeinsame Stand der Agrargenossenschaft Ranzig bei Beeskow und des Tourismusverbandes Oder-Spree-Seenland. Während die Landwirte über die Vorzüge ihrer regionalen Produkte berichten und dazu eine gemeinsam mit der Freien Universität Berlin (FU) entwickelte Wurstpraline reichen, werden zugleich touristische Neuheiten präsentiert. „Passend zum Friedrich-Jahr stellen wir unter anderem eine Königstour durchs Oderbruch vor“, sagt Verbandschefin Ellen Rußig. „Radler können in zwei Tagen eine herrliche Landschaft erleben und dabei kulinarische Spezialitäten kosten."

Friedrich II. hat offenbar eine ganze Reihe von Ausstellern an langen Winterabenden inspiriert. Die Confiserie Felicitas aus Hornow in der Lausitz bietet den König in „feinster Schokolade nach dem belgischem Reinheitsgebot“ an. „Die Figuren werden in aufwendiger Detailarbeit dekoriert und anschließend mehrlagig gegossen“, erklärt Firmenchefin Goedele Matthyssen. Mit ihrem gleichfalls aus Belgien stammenden Mann Peter Bienstman hat sie 1992 eine ehemalige LPG-Küche in eine Schokoladenwelt verwandelte. „Beim Vernaschen garantieren wir auch beim Alten Fritz den typischen Knackeffekt“, verspricht die umtriebige Unternehmerin, die natürlich auch touristische Programme offeriert.

Ganz tief in die Geschichte eingetaucht ist der Chef der Potsdamer Gaststätte „Die Tenne“, Björn Franke. Er serviert im halleneigenen Kochstudio „Kartoffeln in Weinbrühe und Steinpilzen“ nach einem friderizianischen Küchenzettel. Allerdings hätten die königlichen Köche mit sehr viel Pfeffer und Muskat gearbeitet. Das habe er etwas abgeschwächt. Aus Potsdam kommt auch „Wildschwein in Braunbier“ und „Gepökelter Wildschweintafelspitz“. Dazu preist Braumeister Jörg Kirchhoff von der Braumanufaktur Forsthaus Templin am Rande Potsdams seine Bio-Biere an. „Wir sind zum neunten Mal dabei und längst rechnet sich unser Stand“, sagt Kirchhoff. Viele Messebesucher finden später den Weg in seinen Biergarten über dem Templiner See.

Überhaupt scheint Potsdam auch ein großes Dorf zu sein. „Ein Drittel der Fläche wird landwirtschaftlich genutzt“, heißt es am Gemeinschaftsstand. Das sei Spitze unter den Landeshauptstädten. Allerdings löst sich das Rätsel beim Nachfragen auf. Die 30 Agrarbetriebe arbeiten vorwiegend in den eingemeindeten Orten wie Marquardt oder Satzkorn.

Nicht nur kulinarisch, sondern auch zoologisch fallen die Brandenburger diesmal auf. In der Tierhalle dürfte im Jubiläumsjahr der gemeinsame Auftritt der Stuten der amerikanischen Miniaturrasse aus Neustadt/Dosse und der mächtigen Pferde der englischen Rasse Shires aus Schenkendorf bei Königs Wusterhausen zu den Höhepunkten zählen.

Während die einst als Spielkameraden für die Kinder an europäischen Königshäusern gezüchteten Mini-Pferde nur eine Rückenhöhe von kaum mehr als 86 Zentimetern aufweisen, kommen die Shires auf stolze 2,05 Meter. Letztere können auch in Reiterferien vor Ort entdeckt werden. Und es fehlt natürlich auch bei diesen Auftritten nicht an entsprechend vielen Prospekten.

Der Tagesspiegel, [20.01.2012]

 
Das Museum Charlottenburg-Wilmersdorf hat eine neue Heimat gefunden

Den Namen Heimatmuseum trägt das Museum Charlottenburg-Wilmersdorf schon seit Jahren nicht mehr, die Bezeichnung habe "für viele Leute verstaubt" geklungen, sagt die Leiterin Birgit Jochens. Und Charlottenburg sei ja bereits vor der Eingemeindung nach Berlin eine große, reiche und moderne Stadt gewesen. Deren Kunstschätze und Dokumente bilden zusammen mit Beständen aus Wilmersdorf sowie privaten Leihgaben und Schenkungen die Sammlung des Museums, das nun endlich auch angemessene Räume hat: Am Sonntag ab 16 Uhr lädt Jochens zur Wiedereröffnung in die Villa Oppenheim am Otto-Grüneberg-Weg, ein fast vergessenes Schmuckstück, versteckt gelegen nahe der Schlossstraße.

Das Konzept hat sich verändert“, erläutert Jochens. Noch im Aufbau ist die Dauerausstellung „Von der Residenz zur City West“, für die es am alten Standort gegenüber dem Schloss Charlottenburg zu wenig Platz gegeben hatte. 1987 war das damalige Heimatmuseum Charlottenburg anlässlich der 750-Jahr-Feier Berlins entstanden. Birgit Jochens leitet die Einrichtung seit 1990, zuletzt schrieb sie auch ein Buch zum Ku'damm-Jubiläum. Doch bisher waren viele Exponate eingelagert oder an anderer Stelle zu sehen, im Rathaus Charlottenburg etwa oder in der Kommunalen Galerie am Hohenzollerndamm.

Letztlich wurde ein Kostenproblem zum Glücksfall für das Museum: Das Land hatte die alten Räume bislang gratis zur Verfügung gestellt, voraussichtlich wäre bald aber Miete fällig. Deshalb wurde beschlossen, ein Museum für Gegenwartskunst in der Villa Oppenheim aufzulösen und dafür das Bezirksmuseum einzuquartieren. Das Baudenkmal wurde zwei Jahre lang komplett renoviert und für 1,6 Millionen Euro umgebaut, einen Großteil der Mittel spendierte die Lottostiftung. Das war wohl auch eine Gegenleistung dafür, dass der Bezirk einen anderen Altbau – das Kommandantenhaus am Spandauer Damm – der Sammlung Berggruen überlassen hat.

Ein Vorgängerbau der Villa Oppenheim war einst der Sommersitz des Bankiers Alexander Mendelssohn. Später wurde der Jurist Otto Georg Oppenheim zum Namensgeber und Bauherrn des 1881–82 errichteten Hauses im Stil der Neorenaissance. Es bietet nun drei Etagen für Ausstellungen, Veranstaltungen und das vergrößerte Museumsarchiv.

Eine wichtige Neuerung ist der ehrenamtliche Freundeskreis. 20 Helfer sind Aufrufen zur Mitarbeit bereits gefolgt – darunter Lehrer, Beamte, Medienprofis und Ruheständler. Die Freiwiligen unterstützen die vier Festangestellten, indem sie „durch Ausstellungen führen wollen und ein Halbjahresprogramm erarbeiten“, wie Jochens sagt. In der heißen Phase der Wiedereröffnung haben die Förderer natürlich besonders viel zu tun, später wollen sie sich mindestens einmal im Monat treffen.

Die Kunstsammlung Charlottenburg sei in der ersten Etage „erstmals in dieser Gesamtheit“ öffentlich zugänglich, sagt Jochens, in einem der Säle hängen alte Gemälde. Hinzugekommen sind auch ein Café sowie ein Raum für spielerische „Stadterkundungen“ durch Grundschulklassen. Dort zeigen Exponate das Lebensumfeld von Kindern in früheren Zeiten – das Spektrum reicht von alten Puppenkisten und Rollschuhen über Entlausungsgeräte bis hin zu Care-Paketen und Mecki-Figuren aus der Nachkriegszeit.

Birgit Jochens will „das ganze Haus“ bespielen“, unter anderem auch durch Vorlesungen mit Musik. Firmen, Stiftungen und Vereinigungen können Räume für kleinere Events mieten. Da bei der Wiedereröffnung zunächst nur die Planungen für die Dauerausstellung über den Bezirk vorgestellt werden können, stehen zwei Sonderausstellungen im Vordergrund. Die eine handelt vom Leben der Familien Mendelssohn und Oppenheim in Charlottenburg.

Schwerere Kost ist die Ausstellung „Die Träume einzig blieben mir in meiner kahlen Zelle“: Hier geht es um Frauen aus dem Widerstand gegen Hitler, die in der Nazizeit im Gerichtsgefängnis Kantstraße 79 inhaftiert waren. Aus diesem Anlass will der Dramatiker Rolf Hochhuth, dessen Schwiegermutter zu den Betroffenen gehörte, am Sonntag Gedichte zum Thema Widerstand vortragen.

Weitere Ideen gibt es auch schon: Am 28. Januar lädt Jochens anlässlich der „Langen Nacht der Museen“ in die Villa Oppenheim ein, und für die zweite Jahreshälfte plant eine Projektgruppe aus Langzeitarbeitslosen eine Schau über die Geschichte der Wilmersdorfer Straß.

Schlossstr. 55, Zugang über Otto-Grüneberg-Weg. Tel.: 9029 24 108, www.villa-oppenheim-berlin.de. Die Wiedereröffnung wird am Sonntag, 22. Januar, ab 16 Uhr gefeiert. Die normalen Öffnungszeiten: Di. bis Fr. 10–17 Uhr, So. 11–17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Der Tagesspiegel, [20.01.2012]; Foto: Familienarchiv Peter Block

 

 
An der Staatsoper verlegt Jürgen Flimm Händels erstes Oratorium in die Künstlerkneipe

Katastrophen sind eine klassische Stimulanz der Kunst. Dass ein verheerendes Erdbeben 1703 Mittelitalien heimgesucht hatte, nutzte der Papst, um die als lasterhaft verrufenen Opernaufführungen in Rom zu verbieten. Der junge Händel, auf Italienreise um Musiktheater-Lorbeer zu erringen, musste in der Ewigen Stadt umdenken – und schuf sein erstes Oratorium „Il trionfo del Tempo e del Disinganno“. Bis zu seinem Lebensende sollte ihn das Jugendwerk nicht mehr loslassen. Die letzte Musik, an die der erblindete Händel Hand anlegt, ist die englische Fassung. Durch eine geplatzte Produktion kam Jürgen Flimm vor neun Jahren in Kontakt mit dem Stück.

Aus der Not ward eine Ersatzkonzeption gebastelt, die dem allegorischen Disput zwischen Schönheit, Vergnügen, Zeit und Desillusion eine Szene unterschiebt. Flimms Ad-hoc-Regie feierte 2003 in Zürich Premiere, mit Cecilia Bartoli und einem zutiefst von den Stärken des Werkes überzeugten Marc Minkowski am Pult. Ein Erfolg, der von Zürich nach Madrid weitertingelte.

Jetzt ist „Il trionfo“ mit seinem Regisseur an der Staatsoper gelandet – und zu einem allzu leichten Spiel für Zeit und Desillusion geraten. Flimm siedelt seinen Wettstreit um die Evita-blonde Schönheit dort an, wo man sowieso am liebsten hockt: in einer irgendwie mondänen Bar, in die Künstler hineinschneien, wo Blattgold an den Wänden klebt, aber sonst nichts echt ist. Außer einem chronischen Durst, der nicht zusammen mit einem Hunger nach Erkenntnis geht. Irgendeine Flasche ist immer zum Greifen nah, und die Barkeeper stellen wortlos gewaltige Wodkagläser bereit. Man trinkt und bleibt derselbe, rauschfrei verloren in einer merkwürdig mechanischen Gegenwart. Bei derart schalem Amüsement bleibt der Schönheit viel Zeit für bange Blicke in den Spiegel. Prompt wittert die unangenehm siegessichere „Zeit“ ihre Chance – oder wie es Robert Gernhardt zierlich fasste: „Wer Schönes anschaut, spürt die Zeit, / und Zeit meint stets: Bald ist’s soweit."

Dass die Schönheit zugunsten ihres späteren Seelenheils ins Kloster verbannt wird, mag am Textdichter Kardinal Pamphili gelegen haben, dass das mephistophelisch gezeichnete Vergnügen die bewegendste Musik erhält, an Händel. Regisseur Flimm entwickelt nichts aus diesem Spannungsverhältnis. Ein Händel-Double rollt langsam hinter den Tresen, ein nicht mehr ganz trittsicherer Engel verlässt den Raum, ohne seine poetische Dichte zu beeinflussen. Von der Wut und Dringlichkeit, mit der unlängst Calixto Bieito „Il trionfo“ in Stuttgart in Szene setzte, keine Spur. Man sieht den Kellnern beim Taktzählen zu, ehe sie die Tischtücher abziehen dürfen – und wünscht sich fort aus dieser unerschütterlichen Biederkeit, hinein in die zerbrechliche Illusionsmaschine Theater, der Händel seine ganze Kunst gewidmet hat.

Sie blüht leider viel zu selten auf im Schillertheater, obwohl wiederum Marc Minkowski dirigiert, ein sinnlicher Koloss inmitten seines trefflichen Originalklangensembles „Les Musiciens du Louvre“. Minkowski weiß, dass in „Il trionfo“ eingelagert ist, wovon Händel sein Leben lang zehren wird, ob in späteren Opern oder englischen Oratorien. Und wenn er sich ganz hingibt, dann kommt unter seinen Händen ans Licht, wie viel Händel wusste von der Zeit – und wie sie uns erschüttern kann. Der Bogen, den er vom vor Verrat schäumenden Vergnügen bis zum unendlich zarten „Lascia la spina“ schlägt, sucht seinesgleichen an erfüllter Theatralik und zugleich tiefer Menschensicht. Auch, weil Inga Kalna als Vergnügen über die expressivsten Gestaltungsmittel verfügt, gefolgt vom eleganten, jedoch wenig druckvollen Alt, den Delphine Galou ihrer Desillusion leiht. Die Schönheit von Sylvia Schwartz gurrt in sich hinein, bis der Klang nicht mehr recht aus ihr herausfindet. Charles Workmans frohlockende Zeit bleibt oft so grau wie ihr Pferdeschwanz.

Von Jürgen Flimm tatsächlich zur Nonne gemacht, schaut die Schönheit einsam in ihr Wasserglas. Den Absatz von Alkoholika auf der Premierenfeier wird dieses Finale beflügelt haben. Ein Prosit auf den großen Gernhardt: „Das Schöne gibt uns Grund zur Trauer. / Das Hässliche erfreut durch Dauer."

Wieder am 18., 21., 24., 27. und 29. Januar. Händel-Konzerte mit Les Musiciens du Louvre und Minkowski am 20./22. 1.

Der Tagesspiegel, [17.01.2012]; Fotos: Hermann und Clärchen Baus

 
Beim größten deutschen Halbmarathon war das Teilnehmerlimit zuletzt auf 27.500 erhöht worden

Bereits am 14. Januar war das Teilnehmerlimit von 27.500 für den 32. Vattenfall Berliner Halbmarathon am 1. April 2012 erreicht. Beim größten deutschen Halbmarathon, mittlerweile einem der größten und schnellsten seiner Art weltweit, war das Teilnehmerlimit zuletzt auf 27.500 erhöht worden. Trotzdem war der Lauf diesmal einige Woche früher ausverkauft als vor einem Jahr, als sich Anfang März 25.500 angemeldet hatten. Start und Ziel der 21,0975 km langen attraktiven Strecke befinden sich auf der Karl-Marx-Allee, die Strecke führt über Brandenburger Tor, Schloss Charlottenburg, Ku´damm und Potsdamer Platz.

 
Umbau des ehemaligen Philips-Hochhauses in das 4-Sterne-Hotel Riu Plaz Berlin

Das ehemalige Philipshaus in der Martin-Luther-Straße 1 wurde zuletzt von der Deutschen Bahn genutzt und steht seit Jahren leer. Nun soll das Bürogebäude zu einem 4-Sterne-Hotel der RIU Hotels & Resorts mit 357 Gästezimmern, Restaurant, Bar, Tagungsräumen und Fitnessbereich umgebaut werden.

Weitere Fakten:

- Neu geplanter, markanter Vorbau an der Martin-Luther-Straße beherbergt den künftigen Veranstaltungs- und Kongressbereich
- Neu geplante Glasfassade am Hochhaus entspricht aktuellen Anforderungen an Schallschutz und Wärmeschutz
- Viele Hotelzimmer mit spektakulärer Aussicht
- Bruttogeschossfläche des Hotels: 27.000m²
- Gesamt-Investitionsvolumen: 70 Mio. Euro
- Geplante Fertigstellung: 2013

Visualisierung: GFB Alvarez & Schepers

 

 
Erstmalig in Südostasien

Seit dem 08. Dezember 2011 sind die United Buddy Bears in der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur zu Gast. Unter der Schirmherrschaft des Sultans von Selangor wird die Ausstellung bis zum 15. Februar 2012 auf dem Platz vor dem Pavilion in der Nähe der Petronas Towers zu sehen sein.

In einem großen Festakt wurde die Ausstellung von dem Bürgermeister von Kuala Lumpur, Tan Sri Ahmad Fuad Ismail, dem Minister für Tourismus, Datuk Dr. Victor Wee, dem Initiator der Ausstellung in Kuala Lumpur, Tan Sri Jojo und Klaus Herlitz feierlich eröffnet. Täglich strömen Tausende zu den insgesamt 147 Bärenskulpturen, die direkt in Downtown vor dem PAVILION Kuala Lumpur an der Bukit Bintang ausgestellt sind. Bis zum Ende der Ausstellung am 15. Februar 2012 werden – laut der Stadtverwaltung – über 3 Millionen Besucher erwartet.

Neuer United Buddy Bear für Malaysia

Während der Eröffnungsfeier wurde der neue United Buddy Bear für Malaysia enthüllt. Der Bär wurde von dem renommiertesten Künstler und Comedian des Landes, IMUDA, entworfen und bemalt.

 
Auf dem Weg zurück zur Normalität hat die Berliner S-Bahn eine weitere Etappe geschafft

Am Montagmorgen setzte das Unternehmen von seinen 650 Doppelwagen exakt 500 zur Fahrgastbeförderung ein, teilte S-Bahn-Chef Peter Buchner der Berliner Zeitung mit. "Seit dem Sommer 2009 waren noch nie so viele Züge im Linieneinsatz."

Weil sich die Techniker ins Zeug gelegt hätten, sei die verfügbare Wagenflotte in den vergangenen Monaten stetig gewachsen, so Buchner. So konnte der „Revisionsstau“ abgearbeitet werden, indem viele S-Bahnen die Hauptuntersuchung absolvierten. Inzwischen warten nur noch 85 Doppelwagen in Schöneweide auf den Werkstattbesuch. Außerdem verfügen nach einer Tauschaktion alle S-Bahnen über stabilere Räder. Wenn im Frühjahr, wie erwartet, weitere Fahrer ihre Ausbildung beendet haben, könne das Angebot für die Fahrgäste weiter verbessert werden. Dann soll die 2009 stillgelegte Linie S 85 wieder- belebt werden, sagte Buchner.

Berliner Zeitung, [09.01.2012]

 
Viel mehr als nur ein guter Vorsatz für das neue Jahr

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Am 24. Januar 2012 in der Villa Oppenheim

Am 24. Januar 2012 öffnet das Museum Charlottenburg-Wilmersdorf an seinem neuen Standort in der Villa Oppenheim im Charlottenburger Museumsquartier wieder für Besucher. Nach zweijähriger Umbauzeit stellt sich das Haus mit einem neuen Konzept vor.

Ein Sonderausstellungsbereich im Erdgeschoss dient regionalgeschichtlichen Wechselausstellungen. Im ersten Obergeschoss ist die Kunstsammlung Charlottenburg als ständige Ausstellung eingerichtet. Sie ist in dieser Geschlossenheit erstmals der Öffentlichkeit zugänglich. Das dazugehörige Kabinett wird in größeren Abständen neu eingerichtet und vertieft einzelne Aspekte der Kunstsammlung. Im ersten Obergeschoss befindet sich auch die "Villa O. von 4-18" mit einer "Wunderkammer" und anderen museumspädagogischen Angeboten.

Zur Eröffnung werden die Kunstsammlung Charlottenburg sowie drei Sonderausstellungen gezeigt.

Foto: Familienarchiv Peter Block

 
Der Unternehmer Kurt Krieger will expandieren und sichert sich brachliegende Bahngelände für Einrichtungshäuser

Fast englisch muten die Häuschen an der kopfsteingepflasterten Cordesstraße in Grunewald an: roter Backstein, kleine Gärtchen. Doch in den denkmalgeschützten Eisenbahnerhäusern wohnt keiner mehr, sie sind entmietet worden. Denn Kurt Krieger, einer der ganz Großen der Branche, will sein Imperium erweitern und auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofs ein Höffner-Einrichtungshaus und einen Sconto-Markt bauen. Das 14,5 Hektar-Areal hat er von der Bahn gekauft.

Mit einem Höffner-Möbelhaus in der Weddinger Pankstraße und dem Krieger-Kaufhaus in der Genthiner Straße in Tiergarten hat alles begonnen. Inzwischen gehören Kurt Krieger deutschlandweit 49 Möbelhäuser und Discount-Märkte. Zunehmend sichert er sich Flächen, vor denen andere Investoren zurückschrecken – wegen zu hoher Investitionskosten, wegen der Schwierigkeit der Bebauung und wegen Problemen mit dem Denkmalschutz. Allein in Berlin hat die Krieger-Gruppe zwei ehemalige Güterbahnhöfe erworben. Auch in Duisburg besitzt das Unternehmen große Teile des früheren Güterbahnhofs. Überall plant Krieger Möbelhäuser – mit gewissen Extras. In Pankow will er ein Einkaufszentrum dazu stellen, in Grunewald einen Golfplatz mit Driving Range.

Umstrittenes Projekt

Doch besonders das Projekt in Grunewald ist umstritten. Eine Bürgerinitiative fordert eine nachhaltige Planung, die die Nutzung der alten Eisenbahngebäude einschließt. Das Bezirksparlament von Charlottenburg-Wilmersdorf hat Ende November 2011 Kriegers bisherige Bebauungspläne „als nicht umsetzbar“ bezeichnet. Geprüft werden solle auch eine Wohnbebauung. In Pankow sind dagegen Bezirk und Bezirksparlament vom Krieger-Projekt angetan, im Kooperationsvertrag von SPD und Bündnisgrünen wird es sogar als von „herausragender Bedeutung“ bezeichnet. Doch der Senat lehnt das Einkaufszentrum auf dem Standort bisher noch ab, weil es nicht zum Stadtentwicklungsplan Zentren passe.

Doch Kriegers Philosophie ist seit jeher Geben und Nehmen. Er hat Grünflächen in Städten geschaffen, wo er Möbelhäuser errichtete, und Autobahnzubringer auf eigene Kosten gebaut, wie in Schöneberg, wo die Firma ein Möbel-Kraft-Kaufhaus unterhält. In Pankow will er Gelände für eine dringend benötigte Schule bereitstellen, einen Park und Gehwege anlegen. Auch für das Grunewald-Projekt sind Zugeständnisse zu erwarten. Vor kurzem war Kurt Krieger schon mal beim neuen Bezirksbürgermeister Reinhard Naumann und Baustadtrat Marc Schulte (beide SPD). Und im Januar soll es auch ein Treffen mit der Bürgerinitiative geben.

Langer Atem

„Man kann über alles reden“, sagt Michael Kollmann, Leiter Unternehmensexpansion. Alles sei lösbar. „Von dem geplanten Discount-Markt haben wir uns innerlich schon verabschiedet.“ Er sagt aber auch: „Möbel und Einzelhandel sind die Standbeine der Krieger-Gruppe."

Auch wenn es noch kein grünes Licht für Pankow und Grunewald gibt – Kurt Krieger ist für seinen langen Atem bekannt. Bis zur Eröffnung seines jüngsten Hauses in Hamburg-Eidelstedt hat es laut Kollmann 17 Jahre gedauert: „In Berlin steht alles noch am Anfang“, sagt er. Stadtrat Schulte rechnet ebenfalls „mit einem längeren Verfahren“ für das Areal in Grunewald. Der Bezirk werde dabei auch das Gespräch mit dem Senat suchen: „Der muss sich nämlich fragen, ob Berlin nicht inzwischen genug Möbelhäuser hat“, sagt Schulte.

Berliner Zeitung, [04.01.2012]

 
Wegen Fahrermangels gab es auch am Silvesterwochenende Probleme bei der S-Bahn – das ändert sich nicht vor dem Frühjahr

Die S-Bahn ist so ins neue Jahr gefahren, wie sie das alte beendet hat: mit Engpässen beim Fahrpersonal und als Folge davon mit ausgefallenen Fahrten. Damit müssen Fahrgäste auch in den kommenden Wochen rechnen. Zwar hat am Sonntag erneut ein sehr hoher Krankenstand zu den Einschränkungen im Betrieb geführt, doch dem Unternehmen fehlen generell Fahrer – nach eigenen Angaben rund 50. Knapp tausend sind derzeit vorhanden. Eine Entspannung wird es erst geben, wenn im Frühjahr Ausbildungslehrgänge abgeschlossen sein werden.

Gestern fuhren auf der S 25 (Teltow Stadt-Hennigsdorf) die Züge auf der gesamten Strecke nur alle 20 Minuten; planmäßig soll es zwischen Teltow und Nordbahnhof tagsüber einen Zehn-Minuten-Verkehr geben.

Die S 47, die normalerweise zwischen Spindlersfeld und Hermannstraße fährt, beendete ihre Fahrten aus Spindlersfeld bereits in Schöneweide – wie bereits in den vergangenen Tagen, als es ebenfalls Personalmangel gab. Auch auf der S 75 (Wartenberg-Westkreuz) fielen nach Angaben eines Sprechers einzelne Fahrten aus. Der Silvesterverkehr dagegen habe - mit Ausnahme der S 47 - planmäßig angeboten werden können, sagte der Sprecher weiter.

Wenn nicht genügend Fahrer zur Schicht erscheinen, versuche man, die Einschränkungen auf einzelne Linien zu konzentrieren, sagte der Sprecher. Dies sei auch für die Fahrgäste leichter nachzuvollziehen, als immer wieder im gesamten Netz Fahrten ausfallen zu lassen. Ziel sei es, vor allem in der Innenstadt und auf den wichtigsten Zulaufstrecken weiter nach Plan zu fahren. Deshalb trifft es meistens die S 47, auf der in der Regel nur wenige Fahrgäste unterwegs sind.

Problematischer sind die Einschränkungen auf der S 25. Die im Februar 2005 eröffnete Strecke nach Teltow Stadt hat zwar die hohen Erwartungen bei den Fahrgastzahlen bisher nicht erfüllt, so dass es auch hier vergleichsweise nur wenige Fahrgäste trifft, dazu beigetragen haben aber auch häufige Einschränkungen im Betrieb, die potenzielle Kunden davon abgehalten haben, S-Bahn zu fahren. Gleich nach der Eröffnung zwangen Baustellen in Berlin Fahrgäste zum teilweise mehrfachen Umsteigen, und auch der bereits für Sommer 2009 bestellte Zehn-Minuten-Verkehr, von dem man sich eine deutliche Zunahme der Fahrgastzahlen versprochen hatte, kam erst im Juli 2011. Der – vorübergehende – 20-Minuten-Takt macht die Strecke nun wieder unattraktiver, vor allem, wenn Fahrgäste erst auf dem Bahnhof merken, dass sie lange auf den Zug warten müssen.

Wie viele Fahrer sich am Sonntag krank gemeldet hatten, konnte der Sprecher nicht sagen. In den vergangenen Tagen waren es jeweils knapp hundert von den etwa tausend Triebfahrzeugführern. Dass dahinter eine gezielte Aktion steckt, bestreiten das Unternehmen und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) einhellig. Die GDL führt den hohen Krankenstand auf die Belastungen der Fahrer zurück. Lange Schichten und Überstunden – jeweils im zulässigen Rahmen – seien die Hauptursache. Hinzu komme die Abfertigungsmethode, bei der die Fahrer in der Regel den Führerstand verlassen müssen, um den Ein- und Ausstieg der Fahrgäste zu überwachen. Dafür war und ist ein Monitorsystem im Führerstand vorgesehen, doch dieses ist bis heute nicht zugelassen. Die Abfertiger auf den Bahnhöfen hatte die frühere Geschäftsführung aber schon vorher bis auf wenige Ausnahmen abgezogen.

Die neue Geschäftsführung dagegen macht Verbesserungen in den Tarifverträgen sowie eine Zunahme der Fahrzeugkontrollen, die auch Fahrer binde, als Ursache für den Mangel aus. Neueinstellungen hatte sie bereits 2009 versprochen.

Der Tagesspiegel, [02.01.2012]

 
Die Party am Brandenburger Tor verlief aber friedlich

In der Silvesternacht gab es nach Polizeiangaben mehr Verletzte durch Böller als in den Vorjahren. Berlinweit waren es nach Schätzungen etwa 200. Das Unfallkrankenhaus in Marzahn zählte bis 8 Uhr am Neujahrsmorgen alleine 17 Opfer durch Pyrotechnik, dies sei „überdurchschnittlich viel“, wie Kliniksprecherin Angela Kijewski berichtete. Darunter waren fünf schwere Handverletzungen durch Explosionen, dabei wurden Finger ganz oder teilweise abgerissen, überwiegend durch illegale Polenböller. Das Unfallkrankenhaus Berlin gehört zu den großen handchirurgischen Zentren in Deutschland, in das besonders schwer Verletzte auch aus anderen Bundesländern eingeliefert werden.

Der schwerste Unfall ereignete sich bereits um 17 Uhr am Silvestertag in Bernau. Einem 32-Jährigen wurde durch einen Polenböller eine Hand vollständig zerstört, in einer siebenstündigen Operation versuchte ein mehrköpfiges Team um Chefarzt Andreas Eisenschenk möglichst viel zu retten. Um 22.30 Uhr wurde ein 36-Jähriger aus Berlin in den OP-Saal gebracht, dem so genannte Vogelschreckmunition in der Hand explodiert war. Diese wird eigentlich aus Pistolen abgefeuert, der Einsatz ist nur Bauern erlaubt, in der Stadt ist der Gebrauch illegal. Zudem gab es fünf schwer Brandverletzte durch Missbrauch von Krachern, bei einem 48-Jährigen waren 24 Prozent der Hautoberfläche verbrannt. Alle durch Pyrotechnik Verletzten waren Männer.

Die Feuerwehr zählte 1135 Fahrten von Rettungswagen, 140 mehr als im Vorjahr, darunter waren viele Verletzte nach Schlägereien und Alkoholvergiftete. Die Party am Brandenburger Tor verlief friedlich, trotzdem benötigten mehr als 300 Personen die Hilfe der Sanitäter des DRK, mehr als 70 Personen wurden von dort in Krankenhäuser gebracht.

Polizei und Feuerwehr hatten in der Silvesternacht zwar viel Arbeit, spektakuläre Einsätze wegen Großbränden oder schweren Gewalttaten waren aber – anders als in den meisten Vorjahren – nicht darunter. Wie von der Feuerwehr befürchtet, stieg allerdings die Zahl der Brände deutlich an. 397 Mal mussten Löschzüge zwischen 19 Uhr und 6 Uhr ausrücken, zwei Wohnungen brannten, zudem in Prenzlauer Berg ein Möbellager. In den beiden Vorjahren hatten die Zahlen mit 281 und 231 Bränden deutlich niedriger gelegen. Die Steigerung liegt jedoch vor allem an der trockenen und recht warmen Witterung in diesem Jahr; in beiden Vorjahren hatten Schnee und Eis viele Feuer verhindert. Zum Jahreswechsel 2003/2004 hatte in diesen elf Stunden knapp 800 Brände gegeben, sonst schwankte die Zahl meist zwischen 400 und 600. Inwieweit die neue Pyrotechnik Brände verursacht hat, konnte die Feuerwehr nicht einschätzen. Wie berichtet, waren in diesem Jahr erstmals nach einer Gesetzesänderung der EU in Deutschland Raketen mit bis zu 500 Gramm Schwarzpulver erlaubt, zuvor waren es nur 200 gewesen. Balkonbrände, die auf Wohnungen übergreifen, hat es jedoch schon immer gegeben.

Gegen einen Böller-Werfer rückte das SEK an

Die Polizei zählte zwischen 18 Uhr und 6 Uhr etwa 1700 Funkstreifeneinsätze, genau so viele wie letztes Jahr. Bemerkenswert war nach Angaben des Präsidium ein Fall in Hohenschönhausen: Ein 37-Jähriger hatte aus seiner Wohnung heraus einen Passanten mit Pyrotechnik beschossen. Da der Schütze freiwillig nicht die Tür öffnete, sondern weiterballerte, rückte das SEK an und stürmte die Wohnung. Munition und Pyrotechnik wurden sichergestellt, der Mann vorübergehend festgenommen.

Auffallend viele Autos brannten durch fehlgeleitete oder missbrauchte Böller ab, etwa zehn stadtweit. Ein politisches Motiv war nicht zu erkennen. Allerdings wurde die Polizei von der linken Szene bei der so genannten „Knastdemo“ in Moabit in der Silvesternacht mit Böllern beschossen. In Friedrichshain und auf der Oberbaumbrücke flogen Steine auf Polizeiautos, mehrere Beamte wurden durch zersplitternde Scheiben verletzt. Mehrere Randalierer wurden festgenommen.

Friedlich verlief hingegen die größte Silvesterparty der Stadt: Hunderttausende Berliner und Touristen haben auf der Festmeile am Brandenburger Tor in das neue Jahr hinein gefeiert. Schon gegen 19 Uhr mussten die ersten Zugänge wegen des großen Andrangs gesperrt werden, um 23 Uhr war das Gebiet nach Beobachtung der Polizei „voll“. Die Veranstaltung auf der Straße des 17. Juni gilt als eine der weltweit größten Silvesterpartys, nach Angaben der Tourismus-Gesellschaft „visit berlin“ war es für die Hotels „eines der besten Silvester seit dem Jahr 2000“. Wegen des angenehmen Wetters kamen die ersten Besucher bereits am frühen Nachmittag. Überstrahlt wurden die Auftritte der Scorpions, von Udo Jürgens und Kim Wilde vom zehnminütigen Höhenfeuerwerk.

620 Männer und Frauen der BSR begann wie in jedem Jahr um 3 Uhr am Neujahrsmorgen mit dem Aufräumen. Nach Einschätzung von Sprecherin Sabine Thümler lagen „viele Batterien, aber weniger rote Fetzen“ auf den Straßen. Das sei ärgerlich, da die großen Pappbehälter per Hand eingesammelt werden müssen, da Maschinen dies nicht schaffen. Thümler appellierte an alle Berliner, den gröbsten Müll vor dem eigenen Haus selbst zu beseitigen.

Der Tagesspiegel, [02.01.2012]

 

 
Öffnungszeiten zwischen Weihnachten und Neujahr

Das Ballettshop-Team wünscht allen Kunden ein schönes Weihnachtsfest und ein guten Rutsch ins neue Jahr!

Öffnungszeiten zwischen Weihnachten und Neujahr:

Am Samstag, 24.12.2011 und Samstag 31.12.2011 geschlossen!

Von Dienstag, 27.12 – Freitag, 30.12.2011
Von 13:00 – 18:30 Uhr geöffnet!

Ab dem, 02.01.2012 ist wie gewohnt geöffnet
Mo. – Fr. 10.00 – 18.30 Uhr
Sa. 11:00 – 16:00 Ihr

 
Von ausgefallenen Designer-Stücken für Frau & Mann bis zu obskuren Möbeln

Einzigartige Weihnachtsgeschenke sind immer schwerer zu finden, doch bei C. Second Design in der Wilmersdorfer Straße 95, am Adenauerplatz, könnte man fündig werden. Von ausgefallenen Designer-Stücken für Frau & Mann bis zu obskuren Möbeln ist dort eine Menge zu entdecken, & das alles vor allem den Preis wert, da aus zweiter Hand. Aber auch neue, verrückte Unikate befinden sich darunter, wie eigens entworfene Pelzschränkchen und die sogenannte "Küchenmeile".

Wenn sie neugierig geworden sind, dann nur zu, geöffnet ist von 11:00 Uhr-19:00 Uhr, samstags bis 17:00 Uhr (Heilig Abend und Silvester bis 14:00 Uhr). Doch erschrecken sie nicht beim lediglichem Vorbeigehen, denn ab & zu belebt die lebendige Schaufensterpuppe die Deko hinter den Scheiben, zu den Festtagen natürlich passend gekleidet.